A Walk In The Woods

Fernweh ist eine üble Sache. Man sitzt vor dem PC, dem Fernsehgerät oder blickt auf den Bildschirm des Smartphones und wird mit Bildern malerischer Gegenden bombardiert. Egal, ob auf Twitter, Facebook oder ja, auch YouTube – unzählige Menschen posten und veröffentlichen ihre Eindrücke ferner Länder oder Gegenden. Bill Bryson ist Autor bekannter Reisebücher, der es versteht seine Eindrücke entfernter Gebiete komödiantisch auf Papier zu bringen und die Lesenden einen gewissen Grad an Fernweh aufzudrücken. Der Film „A Walk In The Woods“ erzählt einen Lebensabschnitt Brysons, der auf eigenem Erlebten basiert und führt die Schauspieler Robert Redford und Nick Nolte zusammen.

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Nach Jahren im Ausland kehrt Autor Bill Bryson (Robert Redford) zurück in die USA um hier fortan mit seiner Familie zu leben. Doch aus irgendeinem Grund fühlt er sich, trotz fortgeschrittenem Alter, als würde ihm etwas fehlen, als müsste er sich noch einmal beweisen. Bei eine Spaziergang stößt er auf einen Pfad, den sogenannten Appalachian Trail. Kurzerhand entschließt er sich, diesen Pfad bewältigen zu wollen. Da seine Frau jedoch darauf besteht, dass er diesen nicht alleine angeht, ruft Bryson bei zahlreichen seiner Bekannten an, bekommt jedoch nur die Zusage von einem seiner ältesten Freunde aus seinen Zeiten in London. Gemeinsam machen Sie sich daran, den Appalachian Trail entlang zu wandern. Es entspinnt sich eine Geschichte in deren Verlauf beide an ihre persönlichen Grenzen stoßen, aber auch den Wert einer guten Freundschaft wiederentdecken.

„A Walk In The Woods“ besticht vor allem mit einem: grandiosen Landschaftsbildern und ausgeklügelter Situationscomic. Auch wenn das Filmgespann Nolte und Redford auf den ersten Blick als eher weniger dynamisches Duo durchgehen, so ist es doch die Art britischen Humors, dank dem der Zuschauer durchaus in schallendes Gelächter verfallen kann. Doch ansonsten deckt der Film all die Aspekte ab, die man in einer typischen Komödie auch findet: Nervig-lustige Charaktere, Running Gags, mögliche Love Interesets und so weiter und so fort.

Die Große Schwäche ist in meinen Augen jedoch die mangelnde Tiefe des Films. Beide Charaktere haben schon wilde Zeiten durchgemacht und auch unabhängig voneinander erlebt. Denn, auch wenn sich beide Charakter im Handlungsverlauf der Geschichte wieder etwas näher kommen, ihre alte Freundschaft aufwärmen können, so bleiben beide doch etwas blass. Redford spricht zwar davon, dass er selbst etwas vermisse und aus diesem Grund diesen Hike angehen möchte, andererseits ist die Erklärung mehr als dürftig. Diese wird nur von den Erklärungen von Nolte negativ übertroffen. Dieser hatte in der Vergangenheit einige Fehltritte, spricht unter anderem über seine Probleme, liefert aber nur eine sehr magere, wenn auch eindringliche Erklärung dafür. Bildschirmfoto 2015-09-27 um 22.43.03

Aber alles in allem kann ich „A Walk In The Woods“ empfehlen. Oder zumindest den Menschen, die dem einen oder anderen Witz nicht abgeneigt sind und auf großartige Landschaftsaufnahmen stehen. Der Film zeigt eine andere Seite der USA, weg von den Plattenbauten hin zu der malerischen Landschaft. Und wer weiß, vielleicht habt ihr ja selbst einmal Lust, den Appalachian Trail anzugehen?

 

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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