Always Hardcore – Die Sucht nach dem höchsten Schwierigkeitsgrad

Endlich wieder November, endlich wieder Shooter-Zeit. In den vergangen Jahren ist es fast schon Sitte geworden, kurz vor der Weihnachtszeit und damit einhergehend der finanziell stärksten Shoppingperidode des Jahres, die Creme de la creme des Baller-Genres an den Start beziehungsweise die Konsolen und den PC zu bringen. „Call of Duty“ hier, „Battlefield“ da und in diesem Jahr auch noch der überraschend gute zweite Teil der noch relativ „jungen“ Serie „Titanfall“; zur Zeit dürfte wohl jeder, der sich für Ballerspiele interessiert fündig werden.

Doch obgleich der größte Teil der Spielerschaft dem Multiplayer-Modus entgegenfiebert, sehe ich mich schon wieder qualvolle Stunden vor dem Bildschirm sitzend, weil ich eben nicht den MP-Mode spielen möchte. Ich gehe hier speziell auf „Call of Duty“ ein, da ich weder zur „Battlefield“- noch „Titanfall“-Reihe ein derartig „angespanntes“ Verhältnis habe. Was jetzt vielleicht wie der neuste Klatsch aus einem einschlägigen Yellow-Press-Magazin klingen mag, bezieht sich in meinem Fall ganz speziell auf den Schwierigkeitsgrad der Singleplayer-Kampagne. Jedes „Call of Duty“-Spiel, das ich heutzutage in die Konsole/PC einwerfe, muss zunächst auf dem höchsten Level durchgespielt werden – hier „Veteran“. Aber warum eigentlich?

Angefangen hatte alles vor mittlerweile über zehn Jahren, als ich das erste Mal „Halo: Combat Evolved“ mit ein paar Freunden im Vierer-Koop gezockt habe. Nebst dummen Sprüchen und dem ständigen Hunger nach Pizza, ist mir besonders die „Einfachheit“ des Games im Gedächtnis geblieben. Zu viert konnten wir durch die Level durchrushen (durchpreschen), wie ein heißes Messer durch Butter. Nichts und niemand konnte uns aufhalten, selbst eine Horde von Huntern (Jägern) stellten keine allzu große Herausforderung für uns dar.

Hunter
Einmal auf „Legendär“ von einem Hunter getroffen – Insta Death!

Aus heutiger Sicht kann ich nicht mehr sagen, wer auf die Idee gekommen ist, aber ab einem unbestimmten Zeitpunkt innerhalb des Spiels, hatten wir uns dazu entschieden, „Normal“ hinter uns zu lassen und stattdessen direkt auf „Legendär“ zu wechseln und Halo noch einmal neu durchzuspielen – „Heldenhaft“ wurde dabei bewusst übersprungen, auch wenn es von offizieller Seite heißt, dass eben dieser Härtegrad dem „echten Halo-Erlebnis“ entspricht.

Doch – und wie das häufig so eben ist – blieb es nicht rein bei „Halo“. Mit der Zeit wurde es für mich zur Pflicht, ja fast schon zur Obsession, jeden Shooter den ich in die Finger bekommen konnte, auf dem höchsten Level durchzuspielen. Genau erklären kann ich es bis heute nicht, auch wenn ich der felsenfesten Überzeugung bin, dass dem Ganzen eine rationale und logische wie auch tiegründige Bedeutung abgerungen werden kann … Irgendwann erschien „Call of Duty: Modern Warfare“ und auch bei diesem Titel war mir klar, okay Flo, den musst du spielen – alleine schon aufgrund des gegebenen Settings (Spielumgebung).

Auch als Anhänger von "Call of Duty 2" - "Modern Warfare" ist einfach ein Klassiker!
Auch als Anhänger von „Call of Duty 2“ – „Modern Warfare“ ist einfach ein Klassiker!

Heutzutage habe ich eine extrem hohe Frustschwelle. Selbst Dark Souls konnte mich (in den meisten Fällen) nicht brechen und selbst eine Online-Partie FIFA bringt mich (kaum) nicht zur Rage. Aber der Veteranen-Modus von „Call of Duty“ schaffte es jedes Mal aufs Neue, dass ich mein Pad entnervt aufs Bett oder eine andere weiche Unterlage geworfen habe (Hallo? Wisst ihr wie teuer so ein Gamepad ist?). Genau aus diesem Grund ist der November für mich eher eine Leidens- oder zumindest genervt-sein-zeit, weil man muss sich ja schließlich treu bleiben, ne?

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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