Baby Driver

Doc: „Retarded means slow. Was he slow?“
Griff: „No.“
Doc: „Then he doesn’t sound retarded to me. He’s a good kid and a devil behind the wheel. What the hell else more do you need to know?“

Edgar Wright hatte in der Vergangenheit einige meiner liebsten Filme auf die Leinwand gebracht. Shaun of the Dead, Hot Fuzz, Scott Pilgrimm vs. The World, The Worlds End und so weiter und so fort. Der neuste Streich des Briten trägt den Titel „Baby Driver“ und dreht sich um schnelle Autos und die dazu passende Musik. Der Film ist kein Streifen der Marke Haudrauf á la The Fast and Furious. Eher kommt Baby Driver wie Drive daher, jedoch weniger Melancholie, mehr Fun, Spaß, Farbe.

Im Mittelpunkt steht die Figur des Fahrers, genannt Baby. Ein Driver vor dem Herrn, der seinen Lebensunterhalt damit verdingt, als Fluchtwagenfahrer die Polizei zu überlisten und aus jeder noch so aussichtslosen Situation zu entkommen. Eine Fahrt muss er noch überstehen, damit er seine Schulden mit Doug, gespielt von Kevin Spacey, endgültig begleichen kann. Genaueres erfährt man den gesamten Film über kaum, die Hintergrundgeschichten der einzelnen Charaktere werden ohnehin nur sehr spärlich und stellenweise gar nicht erzählt. So bleibt es jedem Zuschauer selbst überlassen, über deren Werdegang oder Entwicklung bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nachzudenken. Das aber dann bitte auch nicht zu lange, den bei Baby Driver bleibt kein Auge trocken, geschweige denn ein Auto länger stehen. Alles scheint sich für Baby zum Besten zu entwickeln, bis er eines Tages Debora in einem Diner kennenlernt. Es entsteht eine zarte Romanze, die jedoch aufgrund Babys Vergangenheit auf harte Proben gestellt wird. Baby entschließt sich dazu, gemeinsam mit Debora das Weite zu suchen und mit einer Karre gen Sonnenuntergang zu düsen, den ganzen Mist hinter sich zu lassen. Doch wie das eben so ist, verläuft nicht immer alles so reibungslos, wie es eigentlich sollte … oder man es sich erhofft.

The moment you catch feelings is the moment you catch a bullet
„The moment you catch feelings is the moment you catch a bullet“

Was Baby Driver so besonders macht, ist die Symbiose aus Film und Musik. So wurde der Film nicht abgedreht und anschließend die Musik draufgelegt; das Szenenbild wurde exakt zu einem von Edgar Wright zuvor ausgewählten Musikstück geschaffen. Selbst Quentin Tarantino riet Wright im Vorfeld dazu ab, da diese Art eine Film zu produzieren häufig einige Probleme nach sich ziehen könnte. Unter anderem das Problem, dass das Studio keine Lizenzen für alle gewählten Tracks erhalten könnte. Wright war das dennoch herzlich egal; er drehte Baby Driver so, wie wir ihn nun im Kino bestaunen können. Die Idee zum Film entstammt zudem Wrights Musikvideodreh „Blue Song“ von Mint Royale, in dem es sich ebenfalls um einen sehr auf Musik fixierten Fluchtwagenfahrer dreht.

Eben weil der Film nicht nur die Musik perfekt in Szene setzt, sondern das Szenenbild selbst in die musikalische Untermalung der Geschehnisse auf der Leinwand einfließt, ist Baby Driver einzigartig. Die Charaktere handeln glaubwürdig und passen sich perfekt dem Pacing des Storytellings an. Wer einen der besten Filme des Jahres sehen möchte, muss nicht länger danach suchen. Baby Driver it is Baby. And it’s good!

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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