Eine Geschichte … – Faszination Rollenspiel

Rollenspiel: Mit Videospielen verhält es sich im Grunde wie mit einem Bier: Man muss sich den Geschmack antrinken beziehungsweise anspielen. Dieser Vergleich ist zwar sehr weit hergeholt, doch möchte ich euch in folgendem Text aufzeigen, warum ich gerade diesen gewählt habe. Seit meinem sechsten Lebensjahr gibt es nichts, was ich lieber tue, als Videospiele zu spielen. Egal ob schwer, leicht, lustig, aus der Ego- oder Vogelperspektive: Ich liebe und lebe Videospiele. Hier und da tut sich von Zeit zu Zeit ein besonderes Spiel hervor, welches ich mehr als die durchschnittliche Spielzeit gewähre und auch weit über den „Spiel beendet“-Screen hinaus spiele. Diese Games gehören meist dem Rollenspiel-Genre an, dass sich über die Jahre hinweg zusammen mit Horrorspielen als mein liebstes Genre für Videospiele hervor getan hat. Anders als bei Shootern, die meist in einem Zeitraum von drei bis acht Stunden gemeistert werden, ausgehend vom Singleplayer-Modus, lebt man gewissermaßen mit den Charakteren aus Rollenspielen zusammen. Man begleitet Sie über einen sehr langen und intensiven Zeitraum hinweg, erlebt wie sie wachsen und mit teils sehr erschreckenden Problemen konfrontiert werden. Im Grunde wird man ein Teil des Charakters, der Welt und der zahlreichen Figuren.

Chrono TriggerChrono Trigger – Super Nintendo

Rouge GalaxyRouge Galaxy – PlayStation 2

Tales of the AbyssTales of the Abyss – Nintendo 3DS

Nicht selten kommt es vor, dass man nach dem Beenden eines Rollenspiels etwas ins Grübeln gerät. Vom einen auf den anderen Zeitpunkt endet die gemeinsame Reise und man wird die Helden, die eigenen Figuren, mit denen man unzählige Stunden durchlebt hat, nicht mehr wieder sehen (vorausgesetzt, es gibt keine Fortsetzung). Ähnlich wie nach dem Beenden einer Buch-Reihe. Natürlich sind auch andere Spiele dazu in der Lage, einen Spieler emotional an sich zu binden. Man nehme nur einmal BioShock Infinite, dessen Charaktere besonders aufgrund der sehr konfusen aber genialen Handlung im Kopf haften bleiben. Noch Tage nach dem letzten Schusswechsel hat man über das sehr verwirrende Geschichtskonstrukt nachgedacht und sich mit anderen Spielern ausgetauscht. Rollenspiele unterscheiden sich dabei jedoch in einem wesentlichen Punkt: dem Aufbau von Emotionen. Klar, man kann sich auch gefühlstechnisch in einem Shooter verlieren doch bietet ein solcher meist nur vereinzelte Gefühle, die wenn auch nur von kurzer Dauer sind. Rollenspiele hingegen bieten komplette Gefühlspaletten, die von Trauer über Wut, Freude und Angst alles zu bieten haben und sich stundenlang hinziehen können. Ist ein Rollenspiel gut geschrieben, findet man sich als Spieler oftmals in der Situation, in der man mit dem Spielgeschehen mindestens genauso stark mitfiebert, wie beim Ansehen der neusten Folge der Lieblingsserie. Stirbt gleich ein Charakter? Kommt ein anderer zurück? Und kann jetzt bitte jemand Joffrey auf den Kopf hauen? Und so weiter und so fort.

 

NiNoKuniNi No Kuni – Der Fluch der Weißen Königin – PlayStation 3

FFVIIIFinal Fantasy VIII – PlayStation One

Bei Rollenspielen selbst muss man natürlich unterscheiden, ob es sich um ein von der Geschichte getriebenes Spiel handelt oder die Mechanik nur als Grundgerüst nutzt. Asia-Grinder sind zum Beispiel dafür bekannt, zwar auf den bekannten Prinzipien eines RPGs aufzubauen, doch wird oft die Bindung der einzelnen Figuren in Bezug auf die Geschichte vermisst. Bei einem MMORPG verhält es sich ohnehin ein wenig anders, da hier die Interaktion zwischen den Spielern das Spielbild prägt. Gute Beispiele für Geschichts-RPGs sind Final Fantasy und Spiele der Tales-of-Reihe. In jedem Spiel beider Reihen schlüpft der Spieler in die Rolle von einem oder gleich mehreren Charakteren und muss mit diesen meist die Welt vor dem Untergang bewahren. Und wie es sich in diesem Genre eben gehört, geschieht das eben nicht in einem Zeitraum von zehn Stunden. Oftmals veranschlagt ein durchschnittliches Rollenspiel, egal ob aus Ost oder West, eine Spieldauer von 25-40 Stunden. Natürlich variiert das Ganze in Bezug auf die Art, wie jemand ein solches Spiel spielt. Und diese Zeit ist es, die einen Spieler mit seinen Helden zusammenwachsen lässt. Das geht aber auch nur, wenn die Entwickler ihren Job richtig machen bzw. gemacht haben.

Achja und mein liebsten Geschichtsrollenspiel ist Final Fantasy VIII. Ansonsten Demon`s Souls.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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