Film noir im Kopf: Bohren & der Club of Gore

Es gibt für jede Lebenslage die perfekte Musik; zumindest wird uns das dank zahlreicher Hollywood-Produktionen Tag ein Tag aus suggeriert. Sind die Darsteller guter Dinge, läuft im Hintergrund ein heiterer Popsong, sind sie traurig oder wütend, gleitet der musikalische Klangteppich gerne ins melancholische oder von Streichern durchsetzte Klassikstück ab. Doch nicht nur im Film, auch in der Realität finden wir uns oftmals in Situationen wieder, in denen die richtige Musik den Ton angeben kann. Wort wörtlich.

So erging es auch mir vor einigen Tagen, als ich mich mitten in der Nacht noch immer vor dem PC-Bildschirm sitzend YouTube bzgl. verschiedener Jazz-Kompositionen konsultierte. Gerne und auch wenn der eine oder andere das nun als artsy fartsy bezeichnen mag, so gebe ich mir gerne vor dem Schlafengehen gepflegten Jazz. Wer schon einmal in einem waschechten Jazz-Club zugegen war, der weiß, dass richtig guter Jazz so manch düstere Gedanken vertreiben oder den Zuhörer voll und Ganz in seinen Bann schlagen kann. Während ich also da saß und mich durch die ganzen Sub-Genres klickte, blieb ich bei einer Band mit einem doch relativ exotischen Namen hängen: Bohren & der Club of Gore.

Was zunächst wie eine brutale Death-Metal-Formation klingt, die gerne trashige Horrorfilme vertont, stellte sich als äußerst intensive Doom-Jazz-Band heraus. Mit minimalistischsten Klängen schaffte es der Track „On Demon Wings“ mich binnen weniger Sekunden voll und ganz in Beschlag zu nehmen. Ich fühlte mich Augenblicklich in einen klassischen Detektiv-Film zurückversetzt. Vor meinem geistigen Auge entsand ein im halbdunkel liegendes Büro.Auf dem Schreibtisch türmen  sich Berge von Rechnungen, Akten und anderen Dokumenten. Dahinter saß ein abgehalfter Ermittler, am besten ein ehemaliger Polizist, der noch immer versucht, die Stadt vor düsteren Machenschaften zu bewahren, sich dabei aber viel zu oft am Boden seines Whiskey-Glaßes wiederfindet.

Bohren & der Club of Gore – On Demon Wings

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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