Fußball in der Kreisklasse – Spitzenklasse!

Vielerorts wird behauptet, Deutschland hätte die beste Liga der Welt. Auf den ersten Blick mag diese Aussage verständlich sein; geht doch zum Beispiel der FC Bayern München (meistens) aus jedem noch so schweren Duell als Sieger hervor. Und selbst wenn es im Liga-Alltag für den BVB derzeit nicht gerade rosig aussieht; international sind die Jungs von Jürgen Klopp eine Macht. Doch was ist mit den Ligen darunter? Abgesehen von der 2. und 3. Liga in Deutschland, wie sieht es im „Keller“ der DFL aus?

Sonntag, 14:30. Anpfiff. Bereits nach wenigen Minuten rennen die Trainer an der Seitenlinie wie von der Tarantel gestochen auf und ab. Sie schreien, oftmals für die Spieler unverständliche Dinge in Richtung des Rasens, und versuchen durch wilde Gestiken auf Misstände im Spielaufbau hinzuweisen. Gerne werden diese von den Spielern ignoriert, was dann in einem Anschiss in der Kabine mündet. Dennoch oder gerade wegen solchen Vorkommnissen, lieben wir unsere Kreisliga. Egal, ob Trainer und Berater am Sonntag darum bangen müssen, genügend Spieler für die zweite Mannschaft zusammenzubekommen. Egal, ob Spieler wieder halb betrunken auf dem Feld stehen, weil sie am Abend zuvor „steil gegangen“ sind. Sonntag ist Fußball-Tag und ein jeder, egal ob auf oder neben dem Fußballfeld, fiebert den Geschehnissen auf dem Rasen entgegen.

Da sich die meisten … okay fast alle Kreisklassen-Vereine keinen Doktor Müller-Wohlfahrt leisten können, wird gut und gerne jedes noch so kleine Wehwehchen mit einem Eisspray weggesprayt, Spieler mit einem Kabinenbierchen auf Vordermann gebracht und der Heimsieg mit ein, zwei oder manchmal auch drei Kästen Bier der ortsansässigen Brauerei gefeiert. Zwar mag sich das Niveau zur ersten Bundesliga immens unterscheiden, doch im Feiern ist jeder noch so kleine Dorfverein Deutscher Meister.

Zwei mal die Woche ist bei den meisten Vereinen Training angesagt. Im Gegensatz zu den Profis treffen hier Menschen aufeinander, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Polizisten, Bürohengeste, Lageristen, Regalauffüller und viele mehr finden sich zusammen, um für ein paar Stunden den Anweisungen eines meist ehrenamtlichen Trainers Folge zu leisten. Und selbst wenn es regnet, oder nur eine Handvoll Jungs auf dem Platz am Ortseingang oder -Ausgang auftauchen, die Leidenschaft Fußball zu spielen verbindet die unterschiedlichsten Gesellschaftsklassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es hier nicht im geringsten von Interesse ist, ob der Stürmer aus der Türkei stammt oder der Linke Verteidiger Sohn russischer Einwanderer ist. Hier zählt nur die Leistung die man bringt beziehungsweise die Leistung die man als Spieler gewillt ist zu zeigen. Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Personen nach Leistung und Können, dennoch wird hier jeder in das Training miteinbezogen. Auch bei vorhandenem Trainingsrückstand.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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