Halbnackt im Videospielladen für Demon’s Souls

Demon’s Souls –  Super Spiel. Super schwer. Jeder kennt es vermutlich und die meisten hasslieben es, garantiert. Mich persönlich verbindet neben dem unvergleichlich und einfach fantastischen Inhalt noch etwas ganz anderes mit dem Spiel: Die Geschichte, wie ich überhaupt in den Besitz des Games gelangte und warum ich dafür mein zum damaligen Zeitpunkt letztes Hemd hergab und halbnackt in einem Videospielladen stand.

Der Artikel wurde ursprünglich auf www.spielgefuehl.de veröffentlicht

Das Spiel an sich, dem Gameplay und all den Besonderheiten werde ich an dieser Stelle nur sehr oberflächlich abhandeln. Viel mehr geht es in diesem Text darum, wie mich das Spiel gefunden hat bzw. ich das Spiel „gekauft“ habe.

Das Spiel stammt vom japanischen Entwickler From Software, der in der Vergangenheit besonders durch die Entwicklung der Kings Field-Reihe bekannt geworden ist. Schon damals wurde einem Spielenden innerhalb der ersten Spielminuten bewusst, dass mit den Machern wohl nicht gut Kirschenessen ist. Fast jedes Objekt, jeder Charakter oder jede Begegnung kann zu einem tödlichen Hindernis werden. So auch Jahre später noch, als From Software 2009 Demon’s Souls zunächst in Japan, anschließend den USA und viel, viel später auch in Europa veröffentlichte. Alles und jeder wollte dem Spieler die Lebenslichter ausknipsen.

Tödliche Faszination

Das erste Mal davon gehört habe ich in einem dreiteiligen Video der ehemaligen Videospielsendung „Game One“. In diesem Video hat Carsten Graul das Spiel in all seinen Facetten, Ecken und Kanten dem Zuschauer näher gebracht. Trotz stundenlangem Warten auf einen Mitspieler oder vielen gescheiterten Bosskämpfen, konnte der Betrachter einen guten Eindruck vom Spiel gewinnen. Denn auch wenn ich mich heute als Videospielexperte bezeichne, so war mir der Titel zum damaligen Zeitpunkt unbekannt. Aber als Sucker für Rollenspiele, besonders wenn diese in einem The Legend of Zelda ähnlichen Gewand daherkamen, fiel mir der Gang zum nächsten Videospielladen nicht schwer.

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Zum damaligen Zeitpunkt arbeitet ein Freund von mir hinter dem Tresen. Wir verstanden uns super, haben immer wild gestikulierend über die jüngsten Entwicklungen in der Welt der Videospiele diskutiert. Als ich an besagtem Tag im Laden erschien, war eine ganze Menge los. Klar, war es auch Samstag, der tödlichste und nervigste Tag für einen im Einzelhandel beschäftigen Menschen. Während also Balduin (Name geändert, sorry M. ;-)) von einem Kunden zum anderen hetzte, mir dabei die typische Bro-Fist-Handschlag-Dreisatz-Rückwärtsalto-Begrüßung verpasste, fielen seine Blick auf mein T-Shirt. Aus reinem Zufall trug ich das Shirt eines – und wie könnte es auch anders sein – Videospiels, namentlich Army of Two – die Spiele sind, abgesehen von The Devil’s Cartel, in Deutschland auf dem Index gelandet.

Halbnackt im Laden

Wie von der Tarantel gestochen kam er hierauf auf mich zu gerannt, packte mich am Arm und schüttelte mich wie eine frische Flasche Buttermilch auf der die Worte „Vor dem Öffnen kräftig schütteln“ zu lesen sind. Anschließend erklärte er mir, dass Army of Twoseine absolute Lieblingsserie ist, er sich sogar zwei Tattoos hat stechen lassen und dieses T-Shirt unbedingt haben will. Nach kurzem hin und her einigten wir uns darauf, dass er es haben kann, wenn er mir ein Spiel kauft (auf welches er ohnehin einen super krassen Rabatt bekommt). Und wie es der Zufall so wollte und ich ohnehin mit der Absicht Demon`s Souls zu kaufen überhaupt in den Laden stolzierte, kam es zum Austausch  der „Ware“. Ohne großes Brimborium zog ich das T-Shirt aus und stand für einige Augenblicke oberkörperfrei im Laden. Natürlich zog ich einige … okay unzählige Blicke auf mich, was mir aber in diesem Moment herzlich egal war. Ich warm im Begriff das für mich beste Spiel der PlayStation 3 zu erhalten. Dafür nahm ich ein paar laszive Blicke auf meinen wohlgeformten Körper billigend hin. (Zum damaligen Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, wie wichtig Demon’s (better call) Souls für mich werden sollte)

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Kurz darauf marschierte ich glücklich und zum Glück mit einem Hoddie bekleidet und einer nigelnagelneuen (gebrauchten) Version der Black Phantom Edition von Demon’s Soulswieder nach Hause. Und die Moral von der Geschichte: Hast du das richtige T-Shirt zur richtigen Zeit an, kennst die richten Leute, dann nimmst du auch das richtige Spiel mit nach Hause ohne einen einzigen Cent zu bezahlen. Achja, und die richtige Größe sollte es natürlich auch noch besitzen.

Achja, falls ihr das Spiel auch mal ausprobieren wollt, dann nur zu. Es ist herrlich gut gealtert und wartet noch immer mit einzigartigen Features auf, die es in den Nachfolgespielen (Dark Souls I & II sowie Bloodborne und vermutlich auch in Dark Souls III) nicht gibt – ich sage nur Character und World Tendency. Ich lege euch hierfür aber eindringlichst das offizielle Wiki ans Herz. Glaubt mir, es gibt in Demon’s Souls unzählig viele Dinge, die ihr auf herkömmliche Art und Weise niemals herausfinden würdet.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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