Heroes of Might and Magic III: The Restoration of Erathia

Hach, wie oft bekommt  man heutzutage die Aussage zu hören, dass früher alles besser war. Naja, vielleicht nicht im Großen und Ganzen, doch ein, zwei Dinge sind uns in wahrlich guter Erinnerung geblieben. In meinem Fall sind es meistens Videospiele, die mich an Großteile meiner Kindheit und Jugend erinnern … und ich bin gerade einmal 24, verdammt!

Viele der Spiele, die wir in grauer Vorzeit gezockt haben, sehen aus heutiger Sicht jedoch schrecklich aus. Mann versuche nur einmal Resident Evil 1, aus dem Jahr 1996, ohne die Rosa-Nostalgie-Brille zu spielen. Fast unmöglich. Dennoch schaffen es die alten Schinken auch heute noch, uns ein molliges Gefühl in der Magengegend zu bereiten. Und ein eben solches Spiel ist Heroes of Might and Magic III: The Restoration of Erathia für mich.

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Als ich 2012 auf der Gamescom einen Termin bei Ubisoft hatte, habe ich mich innerlich schon wie ein kleines Kind gefreut. In wenigen Minuten bekomme ich den neusten Teil der Heroes-of-Might-and-Magic-Reihe zu Gesicht. Sozusagen der neuste Ableger einer meiner absoluten Lieblingsvideospielreihen. Geil! Doch bereits nach den ersten Minuten war mir klar: „MOMENT! Hier läuft etwas ganz eindeutig schief!“. Anstatt wie in den Teilen zuvor den Hauptaugenmerk auf die Einheiten, das Ausbauen der Stadt et cetera zu legen, richtet sich der Fokus nun auf den Helden, der in besonders ansehnlicher-weise aufleveln und selbst aktiv in das Kampfgeschehen eingreifen kann. Habe ich irgendwas verpasst? Okay gut, ich habe Heroes of Might and Magic IV und V nicht gespielt, aber hatte sich damals schon abgezeichnet, dass sich HOMM im Laufe der Zeit in diese Richtung entwickeln würde? Hallo?

Das neue Spiel hieß dann Might and Magic: Heroes 6 und gilt als Neuausrichtung der Serie. Ich konnte mich aber dem Gedanken nicht erwehren „Nein halt! Das willst du nicht. Du willst den alten Shit zocken“ Kurzum besorgte ich mir von GOG.com (Good old Games – True!) eine digitale Kopie von Heroes of Might and Magic III: The Restoration of Erathia und gab mich dem Nostalgie Flash hin. Und was soll ich sagen: HOMM3 ist immer noch so gut, wie es bereits damals zu Hosenscheißer-Zeit gewesen ist.

Im Gegensatz zur Gegenwart, wo mir die Geschichte in einem Videospiel durchaus wichtig ist und ich teilweise diese nur wegen der Geschichte an sich spiele, war es mir um die Jahrtausendwende furzpieps egal, ob Herrscher X Land Y grausam terrorisierte und wilde Dämonenhorden die Menschheit vom Angesicht der Erde tilgen wollte. Ich habe einfach nur meine Stadt ausgebaut, eine mächtige Armee zusammengestellt und mit meinem Helden spannende Abenteuer erlebt. Die Kampagne wurde direkt ignoriert, hätte ich aufgrund der zahlreichen Anspielungen auf die Might-and-Magic-Reihe und Heroes-of-Might-and-Magic-Vorgänger doch eh nichts kapiert. Alles was mir wichtig war, war das Gameplay und der Hotseat-Modus. Oh der Hotseat-Modus. Wie viele Stunden ich damit verbracht habe, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Während online zocken noch ein Ding der Zukunft war, haben ich und meine Kumpels damals Stunden lang gemeinsam vor dem alten Röhrenmonitor verbracht, Pizza gemampft und eine Cola-Flasche nach der anderen geleert. Good old times!

NiNCF

Das Spielprinzip ist dabei immer gleich. Zu Beginn wählt man eine Garnison, die mit verschiedenen Monstern, Kreaturen oder Einheiten daherkommt. Obendrauf gibt’s noch einen Helden , der sich durch seine Fähigkeiten von anderen Charakteren unterscheidet.. Pro Tag darf in jeder Festung ein Gebäude ausgebaut und so viele Truppen wie verfügbar angeheuert werden. Zudem verfügt jeder Held über eine bestimmte Anzahl an Bewegungspunkte. Alles hat seine Limitierung. Nach und nach baut man sich so eine schlagkräftige Truppe zusammen und verbessert seine Burg Stück für Stück. Mit jedem Schritt des Helden lichtet sich auch der Fog of War (Kriegsnebel) und gibt so den Blick auf malerische Fantasylandschaften frei. Diese halten verschiedene Hindernisse, wie Monster aber auch feindliche Spieler bereit. Zudem lassen sich wertvolle Schätze finden, die aber meistens schwer bewacht wurden. Hinzukommen Gebäude, in denen der Held neue Fähigkeiten lernen, Monster rekrutieren oder Rohstoffe erwerben kann. Die Gebäude in der Garnison benötigen zur Erschaffung nicht nur Gold, sondern auch andere Ressourcen wie Holz, Quecksilber, Kohle, Schwefel, Diamant und Rubine.

Alles in allem also ein waschechtes Rollen-Strategiespiel. Es ist nichts Neues, gab es faktisch schon vorher. (Logischerweise auch wegen der 3 im Titel, DUHHHH!) Aber gerade die Feinheiten (Die Welt, Monster, versteckte Objekte, Monolithen(!!!!)) sind es, die mich immer und immer wieder vor den Bildschirm gelockt haben. Und mit nem Kumpel im Hotseat-Modus ist der Spaß vorprogrammiert. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Meine Lieblingsgarnison waren übrigens immer die Menschen. Während die anderen Klassen am Ende mit mächtigen Killerdrachen oder tödlichen Fabelwesen aufwarteten, gab’s bei den Menschen als letzte Einheit den Erzengel. Dieser hat mehr Schaden austeilen und erleiden können, als alle anderen Kreaturen. So ist es mir zumindest im Gedächtnis geblieben, kann also gut sein, dass ich mich an dieser Stelle irre und zu faul bin, nachzusehen. Zusammen mit gefühlt tausend anderen Einheiten, hat der Abgesandte des Himmels alles und jeden niedergemäht. Nichts und niemand konnte seinem sengenden Schwert der Vergeltung entkommen *DramatischeMusikimHintergrung*!

Was bleibt also abschließend zu sagen? Nun, Heroes of Might and Magic III: The Restoration of Erathia ist ein klasse Spiel. Punkt! Wer sich vor der schon etwas in die Jahre gekommenen Grafik nicht abschrecken lässt und bock auf ein Fantasy-Strategiespiel hat, kann sich das Teil fürn Zehner bei www.gog.com herunterladen und bekommt zudem alle dafür erschienenen Erweiterungen dazugeliefert. (Diese habe ich nicht gespielt, sollen aber supergeil sein). Von mir bekommt HOMM3 8 von 10 Rosa-Nostalgie-Brillen!

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