Hörspielvergnügen – Von Benjamin Blümchen, Sherlock Holmes und Batman

Benjamin Blümchen. Eine Hörspielinstitution im Kinderzimmer. Zumindest war das zu meiner Zeit so und die ist gar nicht mal so lange her. Anstatt, wie heute üblich, Musik zu hören, liefen die Abenteuer von Benjamin Blümchen, der einzige sprechende Elefant der Welt, und Otto, seinem treuen und stets gut gelaunten Menschenfreund, im Kasettenrekorder rauf und runter. Egal ob auf CD oder Tape – für alle Kinder der 2000er: Kasetten – Benjamin war immer und überall dabei, dem Walkman sei Dank.

Kiosk, einer der bekanntesten Hörspielverlage, bot und bietet aber noch viel, viel mehr, als einen sprechenden Elefanten oder hexende Kinderhexen auf Pferden. Schon in den 70er oder 80er Jahren sorgten zahlreiche Anbieter mit verschiedenen Hörspielproduktionen für spannende Stunden Hörgenuss. Bis heute greifen diese nicht nur Themen für Kinder und Jugendliche auf, sondern richten sich inhaltlich auch an Erwachsene.

Beispiele hierfr sind Adaptionen bekannter Filme, so unter anderem geschehen mit Blade Runner / Do androids dream of electric sheep oder A Clockwork Orange (kein Scheiß!). Aber auch Hörspiele aus dem Horrorsegment bieten Audiounterhaltung für ältere Semester. Hier sterben Menschen oder werden von Monstern und düstere Gestalten terrorisiert; Themen, die sich nicht wirklich an eine jüngere Zielgruppen richten. In diesem Fall darf man auch keinesfalls das von Orson Wells live inszenierte Hörspiel von Krieg der Welten vergessen, das 1938 bei einigen Hörern durchaus für „Irritation“ sorgte.

Für mich persönlich ist ein Hörspiel spannender, als beispielsweise einem Hörbuch zu lauschen. Während in Letzterem die Handlung eines Buches strikt von einer einzigen Person vorgelesen wird, ist das Hörspiel eine Art Film für den Kopf. Synchronsprecher verkörpern die audiovisuelle Inkarnation eines Charakters, hauchen diesem Leben ein, geben ihm eine Persönlichkeit. Es gibt ein Skript, die Handlung wird von Musik- und Soundeffekten untermauert – das Gesamtkonstrukt wirkt dynamisch, wie ein eben ein Film für die Ohren.

Gegenwärtig lausche ich den Abenteuern von Sherlock Holmes und John Sinclair, wenn auch gleich beide Serien schon seit einigen Jahren im Umlauf sind. Neben Musik und Podcasts, bieten Hörspiele für mich zudem die Möglichkeit, bestehende Universen stärker auszureizen, da auch Serien wie die Teenage Mutant Ninja Turtles und sogar Batman über eigene Serien verfügen. Diesbezüglich sind besonders Dienste wie Spotify oder Amazon Musik / Audible hilfreich, da diese Plattformen sehr viele bekannte und unbekannte Hörspielserien im Angebot haben.

Also, warum nicht mal die Musik Musik sein lassen und vielleicht in naher Zukunft dem einen oder anderen Hörspiel eine Chance geben?

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

Ein Kommentar

  1. September 2
    Reply

    Hey Florian! Danke für Deinen schönen Beitrag 🙂
    Danke meiner Familie / meiner Kids höre ich sozusagen täglich Hörspiele. Oft „Die drei ???“, aber auch viele andere. Und ich liebe es! Du hast vollkommen recht: im Gegensatz zum Hörbuch ist in den Hörspielen wesentlich mehr los und und finde auch den „Wiederhörwert“ deutlich besser. Es ist erstaunlich auf wie vielen Ebenen dort Geschichten funktionieren. Ich kann mich daran genauso erfreuen, wie meine 7-jährigen Kids. Ist das nicht toll?

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