Hyper Light Drifter

Es mag wohl für einige erschreckend sein, aber ich habe bis zum Entstehungszeitpunkt dieses Artikels nicht ein einziges Spiel der The Legend of Zelda-Reihe erfolgreich beendet. Und das, obwohl A Links Awakening eines von zwei der ersten Spiele gewesen ist, die ich in meinem Leben besessen habe. Für mich als Sechsjähriger wirkte das Game viel zu komplex, umfangreich und schwer verständlich, zumal mich zum damaligen Zeitpunkt ohnehin viel eher das andere Spiel, Super Mario Land 2: The Six Golden Coins  angesprochen hatte. Mit Mario konnte ich schon etwas anfangen, hatte mein Bruder doch ein NES und mir mir bereits Super Mario Bros. gespielt.

Über die Jahre habe ich die Serie zwar schätzen und lieben gelernt, jedoch und um zum Anfang dieses Artikels zurückzukehren, keinen einzigen Titel durchgespielt. Alles zwar irgendwie so halbwegs angezockt, aber so richtig durch, das bin maximal ich selbst, aber keines der Spiele. Da ich mich aber immer und immer wieder an einem Ableger der Reihe versuche, auch wenn ich es dann ohnehin wieder nach ein paar Stunden unbeendet in die Ecke pfeffere, reizt mich das Genre des Action-Adventures immer wieder aufs Neue.

Entsprechend jetzt also Hyper Light Drifter, ein Spiel, das inhaltlich wie eine aufpolierte Variante eines Super Nintendo-Zeldas daher kommt. Das Ding sieht nicht nur optisch wie ein altes Adventure der 32-Bit-Zeit aus, sondern fühlt sich auch so an – moderne Gameplayelemente inklusive. Freunde von Synthwave-Musik kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten, bietet Hyper Light Drifter eine doch recht ansprechende Mischung aus ruhigen wie opulent ausstaffierten Tracks und Stücken. Den Soundtrack gibt’s auch auf Platte, für alle Vinylfreunde in der Leserschaft.

Das Gameplay? Es ist halt wie Zelda, nur eben modern. Beispielsweise reagiert die Spielfigur, der Hyper Light Drifter oder auch nur Drifter, wie Link zu seinen besten Zeiten (so behaupten es zumindest viele Nostalgieverliebte Videospielfans) und stapft wie in „A Link to the Past“ per Vogelperspektive durch die Landschaft. Mittels Knopfdruck ist der Drifter dazu in der Lage, über Schluchten und Hindernisse zu „driften“ oder springen, je nachdem wie man diesen Move bezeichnen möchte. Ansonsten gilt es in typischer Adventure-Manier den Gegnern mit Schwert und Knarre zu Leibe zu rücken. Im Gegensatz zum Helden in Grün verfügt der Drifter über kein Schild, entsprechend setzt das Spiel auf das Können der Spieler, jeder Gefahr oder gegnerischem Angriff auszuweichen – entsprechend wertvoll ist die Drift-Funktion.

Die Waffe des Drifters ist eine Art Lichtschwert, eine elegante Waffe aus zivilisierteren Tagen *hust*. Daneben können Spieler aber auch den Gunslinger raushängen lassen und mit im Spielverlauf gefundenen Ballermännern Gegnern an die Gurgel gehen. Wenn man es dementsprechend genau nimmt, ist Hyper Light Drifter kein reinrassiges Action-Adventure, mehr ein Hybride aus Adventure, Rollenspiel (Ja, man kann verschiedene Skills erlernen und verbessern) und Bullet-Hell-Shooter. Letzteres aber auch nur partiell, der Hauptaugenmerk liegt doch deutlich auf dem Erkunden und Erforschen der Welt.

Apropos: Natürlich gibt es auch einen entsprechenden geschichtlichen Hintergrund für die Geschehnisse auf dem Bildschirm.Die werden jedoch mehr vage den klar ausformuliert dem Spieler vermittelt. Nur so viel: Der Drifter ist im Grunde eine Figur, die sich auf einer ständigen Suche nach Technologien längst vergangener Tage befindet. Direkt zu Spielbeginn findet er eine neue Aufgabe, die aber erst mit voranschreitender Spielzeit offenbart bzw. klar wird.

Ich mag das Spiel. Es spricht mich auf audiovisueller wie auch spielerischer Ebene an. Es ist kein Eins-zu-Eins Kopie von The Legend of Zelda, was aber auch gut ist. Viel eher wird die bekannte Formel entsprechend positiv adaptiert und mit modernen Elementen ausgestattet. Doch so viel Bock ich auch auf Hyper Light Drifter derzeit habe, so groß ist auch die Angst, wie schon bei alle anderen Zelda-Ableger zuvor, es nach nur ein paar Stunden am Gamepad für das zehntausendste Mal Durchspielen von Dark Souls III links liegen zu lassen. Aber hey, solange ich bis dahin Spaß damit habe, kann das auch nicht verkehrt sein.

Das Spiel gibt es derzeit für 19,99 € auf Steam in digitaler Variante und als Hard Copy bei iam8bit für 65,- US-Dollar

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