„Ich bin schwul, na und?“

Thomas Hitzlsperger hat den Schritt gewagt und sprach in aller Öffentlichkeit von seiner sexuellen Orientierung und damit verbunden Vorliebe für das gleiche Geschlecht. Im Grunde wäre das nichts Besonderes, wäre Hitzlsperger nicht vor einigen Monaten noch Profifußballer gewesen und in der Vergangenheit für die deutsche Nationalelf auf dem Platz gestanden. Er ist somit der erste bekannte deutsche Fußballer, der sich in der Öffentlichkeit über sein „Schwulsein“ sprach.

Sein „Coming-Out“ (Ein Begriff, der meines Erachtens mehr als unpassend ist) zog ein mediales Echo nach sich, das nicht nur bei den großen Zeitungen und Zeitschriften aufgegriffen wurde, sondern auch in gänzlich anderen Werbeformen, wie zum Beispiel einer Sendung über Videospiele. Doch warum wird Hitzlsperger Offenheit so positiv aufgefasst, oder von manchen Seiten auch negativ? Sollte es uns in der gegenwärtigen Zeit nicht im Grunde völlig egal sein, ob jemand auf Männer, Frauen oder beides steht? Ja! Im Grunde sollte es das. Doch leider ist es (noch) nicht soweit, dass Menschen ohne mit der Wimper zu zucken die sexuellen Vorlieben einer anderen Person akzeptieren oder notfalls auch tolerieren.

Im Profisport steht besonders die Leistung im Vordergrund, logischerweise. Fußball, Rugby oder auch American Football werden gerne als „richtige Männersportarten“ bezeichnet. Platz für Liebe, Zärtlichkeit oder überhaupt eine sexuelle Orientierung, gibt es wenn dann nur abseits des Rasens. Meistens, beziehungsweise in der Regel hat hier alles nach dem althergebrachten und von der Kirche bestimmten Weltbild des klassischen Mannes zu sein. Mann, Frau, Kinder. Basta. Glücklicherweise leben wir nicht mehr in der Vergangenheit oder dem Mittelalter. Es gibt mittlerweile mehr schwule oder lesbische Pärchen als jemals zuvor, was fantastisch ist. Doch leider herrscht eben nicht überall diese Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren oder Homosexuellen im Allgemeinen. So auch noch im Sport.

Manche Menschen sehen das „Schwulsein“ als eine Art Krankheit an, lehnen es vollständig ab und deklarieren „darunter leidende“ Menschen als abartig und nicht gleichwertig. Beim Fußball zum Beispiel kann und wird von einigen Homosexualität als Zeichen von Schwäche angesehen. Doch nicht nur Fans, die mit schwulenfeindlichen Parolen skandierend auf den Rängen stehen, können einem Spieler psychisch zusetzen, nein auch die eigenen Mitspieler. Nicht jeder geht mit dem Thema Sexualität so locker um, wie meine Generation. So reicht schon das Schneiden in der Kabine oder bestimmte Blicke aus, um einen Menschen in seiner Seele zu verletzen.

Persönlich fände ich es sehr gut, wenn mehr Spieler sich zu ihrer Sexualität bekennen. Natürlich ist diese Aussage komplett gegensätzlich zur Überschrift, doch ohne einen Anfang, kann niemals eine Gegenwart erreicht werden, in der es niemanden mehr juckt, ob ein Mann auf einen anderen Mann oder eine Frau auf eine andere Frau steht.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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