Jak & Daxter, Helden der Kindheit

JakDaxterTrilogy_HeroÜber die Jahre habe ich so viele Videospiele gespielt, dass ich nicht einmal ansatzweise alle aufzählen könnte. Egal ob dem Jump-and-Run- oder Shooter-Genre angehörend, mittlerweile dürften es über 1500 gewesen sein. Und selbst wenn nicht, ich habe mindestens so viele Stunden mit ihnen verbracht. Doch hin und wieder stolperte ich über ein Spiel oder eine Serie, die sich mir förmlich ins Hirn brannte und seit diesem Zeitpunkt nicht mehr aus meiner Denkmurmel verschwand. Eine solche Serie, in diesem Fall, sind die Abenteuer von Jak & Daxter, dem coolsten Duo, das jemals auf der PlayStation 2 Abenteuer erlebte.

jak_and-daxter-artworkIm Gegensatz zur üblichen Herangehensweise wurde ich nicht durch Jak & Daxter: The Precursor Legacy, also dem ersten Titel der Trilogie auf das dynamische Duo aufmerksam. Viel eher war es der zweite Teil, mit dem ich erstmals durch ein 3-D-Wackelbild in Berührung kam. Das hat zwar so viel mit einem Videospiel zu tun, wie Löschpapier bei einem Brand, aber irgendwie blieb mir die Figur des sich verändernden Jaks einfach im Gedächtnis haften. Ich fand es grandios, wie sich der Typ von einem normalen  Draufgänger in einen richtigen, von dunkler Energie durchzogenen Badass verwandeln konnte. Er ging mir einfach nicht aus dem Kopf.

Nach Wochen kam es mir dann schlagartig: Ich musste das Spiel haben. Anders wie heute war es mir dabei egal, dass ich direkt mit dem zweiten Teil in die Serie eingestiegen bin. Also kurzerhand den besten Kumpel geschnappt, mit dem Bus in die nächste Stadt getuckert und Jak 2 gekauft. Ich sprichwörtlich absolut keinen Dunst davon, was mich erwartet. Wäre es mir schon damals bewusst gewesen, dass die Jak-&-Daxter-Reihe von Naughty Dog, also den Erfindern von Crash Bandicoot und damit einem der großartigsten Videospielcharakteren überhaupt, kommt, hätte ich mir vermutlich schon auf dem Nachhauseweg vor Freude ins Höschen gemacht. Stattdessen musste der frühzeitige Samenerguss warten, bis ich die ersten Spielstunden hinter mich brachte.

jak-daxterWas für ein Spiel. Stunde um Stunde jagte ich mit Jak durch die Welt seines zweiten Abenteuers und bekam dennoch nicht genug. Das Spiel hatte alles, was einen jugendlichen Schwerenöter anspricht. Einen coolen, natürlich fast stummen Helden, der mit jeder noch so schweren Situation fertig wird, immer die krassesten Waffen am Start hat und mit Daxter einen verdammt coolen sowie witzigen Sidekick besitzt. So schnell wie Jak 2 hatte ich noch nie ein Videospiel durchgespielt. Tatsächlich freute ich mich immens auf Jak 3, dass zum Zeitpunkt, als ich Jak 2 beendete, erst angekündigt wurde. Wie es für die damalige Zeit noch üblich war, wurde jedes Videospielmagazin, das auch nur die entferntesten Informationen zu Jak 3 beherbergt oder beherbergen könnte, von mir förmlich verschlungen.

Als es dann endlich so weit war und Jak 3 in den Händlerregalen auftauchte, gab es für mich kein Halten mehr. Mein Vater, kaum aus der Arbeit zurück und einfach nur noch darauf aus, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen, wurde von mir mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln gezwungen, nach A. zu fahren und das Spiel zu kaufen. Nach einigem hin und her ließ er sich auch breit schlagen. So ging es also zum Media-Händler und meinem sehnsüchtig erwarteten Jak 3. Und tatsächlich stand es da, in seiner vollen, dunkelblauen-PlayStation-2-Hüllen-Pracht. Geschnappt, gezahlt, gespielt.

Ich suchtete das Spiel noch stärker, als seinen Vorgänger. Vor und nach der Schule. Vor dem Schlafengehen. Mitten in der Nacht. Es gab für mich nichts anderes mehr, als Jak 3. Was man heute eventuell als Sucht bezeichnen konnte, war für mich wohl einer der schönsten Gaming-Abschnitte meines Lebens. Aus heutiger Sicht lässt sich natürlich sagen, dass der erste Teil der Serie, den ich bis heute übrigens maximal bis zur Hälfte gespielt habe, der Beste Ableger der Jak-&-Daxter-Saga ist. Dennoch sind es aber gerade Jak 2 und Jak 3 für mich, die mich vermutlich bis in alle Ewigkeit an das coolste Duo der PlayStation 2 denken lässt.

ABER HALT!

Worum geht es überhaupt in den Spielen?

Wie ihr „Vorfahr“ Crash Bandicoot, springen und wirbeln Jak & Daxter durch zahlreiche verschiedene Gebiete, Level und Areale. Dementsprechend kann und wird das Spiel dem hierzulande als Jump-and-Run bekannten Genre zugeordnet (in den USA und dem Ausland spricht man von Plattformern). Während im Serienerstling noch gänzlich auf den Gebrauch von Schusswaffen verzichtet wurde, leben die nachfolgenden Teile regelrecht davon. Jak wird in Jak 2 mit unzähligen Ballermännern ausgestattet und muss in bester Schwarzenegger-Manier die Welt vor dem Untergang bewahren. Wie es halt oft so ist. Das ändert sich auch im dritten Ableger der Serie nicht, jedoch bieten Jak 2 und Jak 3 jeweils unterschiedliche Settings und Missionen. Überhaupt unterscheiden sich die Spiele, den Ersten eingeschlossen, vom Grundton her. Jak & Daxter: The Precursor Legacy suggeriert eine heile Spring-Herum-Welt, Jak 2 bietet ein urbanes Stadtsetting und Jak 3 geht förmlich in die Wüste. Wie der Spieler, altern und reifen die Helden der Serie. Zuviel möchte ich aber dann doch nicht verraten, da es dank der Jak & Daxter HD Collection für die PlayStation 3 sowie PlayStation Vita glücklicherweise auch heute noch die Möglichkeit gibt, die Abenteuer meines persönlichen Lieblingsduos in der Spielewelt zu erleben. Worauf wartet ihr also noch?

PS: Jak X und Jak & Daxter: The Lost Frontier habe ich jetzt einfach mal hinten runterfallen lassen …

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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