„Ich aktiviere eine Fallenkarte“ oder wie ich wieder die Liebe zu TCGs entdeckt habe

Vor ungefähr 13 oder 14 Jahren bestanden meine Nachmittage ausschließlich darin, entweder mit Detektiv Conan die neusten Krimifälle zu  lösen, den Digiritttern auf ihren Abenteuern durch die Digiwelt zu folgen oder mit Yugi, Kaiba und Co. dem vermeintlich fiktiven Kartenspiel Duell Monsters zu frönen. Ja, ich war ein Anime-Fan und Freak und schäme mich nicht dies auch offen zuzugeben.

Relativ schnell fand ich zudem heraus, dass das Kartenspiel von Yu-Gi-Oh! überhaupt nicht rein der Fantasie entspringt, sondern tatsächlich als haptische Version im Handel zum Kauf angeboten wird. Auch dank des Mangas, den ich hierzulande erstmals durch die monatlich erscheinende Banzai (Kennt noch wer die Banzai???) kennen lernen durfte, wurde mein Drang das Kartenspiel auch in der echten Welt zu erleben immer größer.

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Und was macht man als heranwachsender Jugendlicher mit zu viel Zeit, zu wenig Kohle und dem dringenden Bedürfnis stets den neusten Scheiß in der Hosentasche mit sich herumschleppen zu müssen? Genau, man pumpt die Eltern um eine „kleine“ Taschengelderhöhung an, die man prompt im nächsten Schreibwarenladen für ein paar Boosterpacks auf den Kopf haut. Damals war die Begeisterung für neue und vor allem glitzernde Karten noch echt und man war im Freundeskreis und dem Schulhof sowieso der King, wenn man die größte Sammlung an „Glitzer“-Karten besaß. Im Grunde eine Art frühpupertärer Schwanzvergleich, lediglich galt es damals keine holde Weiblichkeit von der eigenen Manneskraft bzw. Geldkraft zu überzeugen sondern seine besten Kumpels und mögliche Tauschpartner. Denn und wenn wir ehrlich sind, nur Glitzer war damals Wahres.

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Über die Jahre habe ich dann das Interesse an Duell Monsters oder dem Yu-Gi-Oh!-Kartenspiel verloren. Irgendwann war es mir auch schlicht und ergreifend zu kindisch, mit den komischen Animedingern in irgendeiner Nerd-Klitsche zu sitzen und Zug um Zug zu versuchen, dem vorgesetzten Kontrahenten die Lebenspunkte auf Null zu bringen. Was habe ich stattdessen also gemacht? Richtig, ich bin zu Magic – The Gathering gewechselt, der erwachsenen Variante von Yu-Gi-Oh! in der es keine Instant-Killer-Karten wie die Exodia gibt. Nur Diktatoren spielen die Exodia! Hier ist der Beweis:

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Sieht wohl schlecht für die USA aus … Kim Jong Un spielt die mächtige Exodia!

Aber so richtig hat mich der Yu-Gi-Oh!-Zug niemals losgelassen. Immer wieder bin ich „heimlich“ in mein altes Kinderzimmer geschlurft und habe mein damaliges Deck aus der Schublade genommen. Klar, aus heutiger Sicht alles Karten, die wirklich schlecht und nicht mehr richtig spielbar sind. Dennoch besitzen sie für mich einen sehr emotionalen Wert. Viele tolle Freundschaften sind durch das Kartenspiel oder Kartenspiele im Allgemeinen entstanden, die ich heute nicht mehr missen möchte.

Jetzt, mit 26 Jahren finde ich mich einmal mehr wieder in Gedanken bei meinen alten Karten. Doch im Gegensatz zu vor ein paar Jahren spiele ich tatsächlich wieder das Yu-Gi-Oh!-Spiel, treffe mich mit einem Kumpel regelmäßig um über die neusten Decks und Meta Decks zu sprechen und wie wir uns gemeinsam auf unser erstes Turnier vorbereiten. Für den einen oder anderen wird es garantiert noch immer eine Art kindisches Getue sein, wenn ich davon berichte oder schreibe. Aber und um ehrlich zu sein, mir persönlich macht das Kartenspiel mittlerweile wieder einen riesen Spaß. Zudem tut es ab und an richtig gut, dass innere Kind einfach mal Kind sein  und einer Karte die nächsten folgen zu lassen. Probiert es doch einfach selbst aus. Was habt ihr zu verlieren?

Und by  the way: Meine Lieblingskarte ist und bleibt bis heute „Der weiße Drache mit eiskaltem Blick“ oder wie er offiziell genannt wird :“Der blauäugige weiße Drache“.

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Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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