Legend of Grimrock

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Anstatt meine Wochenenden damit zu verbringen, anderen beim Dauerbesäufniss Händchen zu halten oder besser noch Taxi zu spielen, sitze ich lieber im Schlabberlook zuhause auf der Couch und ziehe mir eine Serie nach der anderen rein. Oder zocke. Wohl eher zocken, schließlich ist es das, was ich schon seit fast 20 Jahre tue. Und trotz der langen Zeit kommt man nicht immer umhin, die eine oder andere Perle am Wegesrand zu übersehen, um lieber mit dem nächsten Quick-and-Dirty-CoD kurz zu verschwinden.

Ohne weiter Zeit zu verlieren, habe ich in den vergangenen Tagen Legend of Grimrock für mich entdeckt. Ja, ich weiß. Das Ding ging durch die Presse, wurde für sein herrlich erfrischend altbackenes Gameplay gelobt und wurde mittlerweile mit einem Nachfolger bedacht. Dieser wiederum, den ich nur in einem Let’s Play zu Gesicht bekam, ist der Grund, warum ich nun hier und heute über den Vorgänger schreibe. Die Lust auf Rollenspiel-Action der alten Schule.

Klar, Legend of Grimrock ist mehr ein Look-a-like und kann nicht mit Spielen wie Ultima oder auch Eye of the Beholder verglichen werden. Dennoch wandelt der Dungeon-Crawler auf den Spuren bekannter Vorgänger und macht seine Sache durchaus gut.

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In typischer Rollenspielmanier erstellt man sich zu Spielbeginn vier individuell gestalltbare Charaktere. Dabei unterscheiden sich diese sowohl in der Klasse als auch Rasse. Die Klassen (Sorcerer, Fighter und Rouge) verfügen jeweils über einzigartige Eigenschaften und gewähren den Charakteren verschiedene Möglichkeiten in das Spielgeschehen einzugreifen. Ob aus der zweiten Reihe mit einem Wurfmesser, Feuerball-Zauber oder in Front mit Schwert und Schild.

Neben den Menschen stehen Minotauren, Echsenwesen und Insektoide Wesen zur Auswahl. Da ich persönlich jedes Tier, das über mehr als vier Beine verfügt, grundsätzliche verabscheue (Spinnen sollen brennen!) gab’s den Zuschlag für zwei Menschen, einen Minotauren und Mr. Echsenmann. Augenblicke später erklärt der in Standbildern gehaltene Vorspann in kurzen und prägnanten Sätzen, worum es eigentlich geht.

Die vier Jungs sind Schwerverbrecher und werden kurzerhand in das tiefe Gefängnis des Mount Grimrock hinabgestoßen. Ohne Waffe, Wasser oder Brot ist es nun meine Aufgabe, den ungleichen Trupp aus dem Dunklen Verlies zu führen. Und das ist leichter gesagt, als getan.

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Legend of Grimrock ist im Gegensatz zu heutigen auf Schmußekurs gehenden Rollenspiele (Abgesehen von Demon’s und Dark Souls) nichts für Weicheier. Man stirbt und lädt alte Spielstände öfter, als es einem lieb ist. Gegner hauen ordentlich rein, Heiltränke sind selten und kratz mal ein Gruppenmitglied ab, bleibt es oftmals für längere Zeit kaputt. Erst sehr seltene im Spiel vorkommende Kristalle holen die Toten aus ihrem unfreiwilligen Schlaf zurück. Doch nicht nur der Schwierigkeitsgrad orientiert sich an Rollenspielklassikern.

Auch die Art der Fortbewegung, erinnert an die virtuellen Schinken aus längst vergangener Zeit (Groovy!). Pro Bewegung zieht die Gruppe ein Feld nach vorne, hinten oder zur Seite. Ebenso verhält es sich mit den Gegnern, die einen dabei gerne in die Ecke drängen. Und anschließend töten. Immer und immer wieder.

Doch trotz des Ganzen Neuladens und gefrustet seins, bockt Legend of Grimrock ordentlich. Man dringt unweigerlich immer tiefer in das Gefängnis von Mount Grimrock, um noch mehr Loot und Erfahrungspunkte in seinen Besitz zu bringen. Faktisch kann man schon heute von einem modernen Klassiker sprechen, auch wenn das Spiel vermutlich nicht in gleicher Erinnerung bleiben wird, wie Eye of the Beholder.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

Ein Kommentar

  1. […] mich auf diesem Blog mit dem Old School RPG Legend of Grimrock ausführlicher auseinandergesetzt (Klickst du hier). Kürzlich stolperte ich über ein Video zum Spiel, was mich dann doch ziemlich gehypte hat. Im […]

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