Snowpiercer

Seit die Marvel-Studios einen Superhelden-Blockbuster nach dem anderen fabrizieren, stehen Comic-Verfilmungen – im Gegensatz zu Vieospielstreifen – im Ruf, die Zuschauer auf besondere Art und Weise unterhalten und abholen zu können. Meist werden die Charaktere bis ins kleinste Detail den Comic-Vorlagen nachempfunden, porträtiert und begeistern jung und alt. Doch abseits des mittlerweile als Mainstream anzusehenden Comic-Kinos, gibt es nicht viele Bildband-Umsetzungen, die sich darauf verstehen, eine Begeisterung wie Marvels Avengers oder Captain America: The Winter Soldier hervorzurufen. Doch genau so ein Film ist der auf dem französischen Kultcomic basierende Streifen Snowpiercer.

Grundsätzlich baut der Film auf dem Comic Schneekreuzer (Le Transperceneige) von Jacques Lob, Benjamin Legrand und Jean-Marc Rochette auf, erlaubt sich jedoch einige künstlerische Freiheiten und erzählt eine eigene Geschichte. Schauplatz ist ein Zug, der den Menschen nach dem Eintreten einer neuen Eiszeit als letzter Rückzugsort geblieben ist. Angetrieben von einer scheinbar unzerstörbaren Maschine, umrundet das Gefährt Jahr für Jahr den eisigen Planeten. Der Zuschauer erlebt das Geschehen aus der Perspektive der am Zugende lebenden Personen.

Als Hauptdarsteller fungiert Chris Evans – Captain America, The Avengers – der in der Rolle von Curtis eine Revolte gegen die Herrschenden, oder im Film Vorderen genannten, anführt. Im Gegensatz zu diesen leben die im hinteren Teil des Zugs befindlichen Menschen im Dreck und müssen sich mit Protein-Blocks als einziges Nahrungsmittel zufriedengeben. Doch wie es sich mit Unterdrückten so verhält, wollen diese nicht länger am Ende der Nahrungskette stehen und lehnen sich gegen die Vorderen auf. Curtis wird dabei von seinen Mitmenschen unterstützt und kämpft sich von einem Zugteil zum nächsten. Unterwegs stoßen sie dabei nicht nur auf Gegenwehr in Form von schwer ausgerüstete Schläger, sondern müssen sich mit dem schlimmsten Parasiten der Erde auseinandersetzen: Der menschlichen Logik.

Der Film verfolgt eine klare Struktur: Die Männer und Frauen am Ende wollen an die Spitze des Zuges. Koste es, was es wolle. Regisseur Bong Joon-ho schafft es der gesamten Spieldauer über eine gewisse Spannung zu erschaffen, die besonders dann zu spüren ist, wenn die „Fahrgäste“ einen neuen Bereich oder besser gesagt ein neues Abteil erkunden. Jede Beschreibung wäre hier fehl am Platz und würde zu unnötigen Spoilern führen. Dennoch sei so viel gesagt, dass Curtis und seine treuen Gefährten mehr als nur einmal in die Bredouille gelangen.

Freunden der französischen Vorlage sei der Film durchaus ans Herz gelegt, auch wenn er stellenweise drastisch von der Vorlage abweicht. Darüber hinaus ist Snowpiercer ein Film, der trotz seiner kleineren Schwächen in Sachen Charaktere seine Daseinsberechtigung besitzt und sich am besten bei einer heißen Tasse Schokolade anschauen lässt. Oder einem Grog. Oder mehreren.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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