The Forest

Japan ist meiner Meinung nach eines der schönsten Länder der Welt. Hier gehen Fortschritt und Tradition Hand in Hand, auch wenn das in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen ist. Was jedoch besonders an Japan und grundsätzlich der asiatischen Kultur ist, ist der weit verbreitete Glaube an das Übernatürliche, an gute und böse Geister, Monster, Dämonen und schlussendlich auch Geister.

Besonders im Land der aufgehenden Sonne existieren unzählige Filme, die sich thematisch auf derlei Geschichten stützen und immer wieder aufs Neue versuchen, ihren Zuschauer eine Heidenangst einzujagen. Der Film The Forest basiert auf einer dieser modernen Sagen und spielt in dem Waldgebiet Aokigahara, das allgemeinhin als Suizid-Wald bekannt ist.

Wie immer gilt: Mögliche Spoiler voraus. Wer also The Forest noch nicht gesehen hat, sollte nun aufhören zu lesen und sich andere Artikel und Beiträge auf dieser Homepage ansehen. Besser ist. Für alle anderen: Viel Spaß beim folgenden Text.

The Forest

In The Forest schlüpft Game of Thrones-Star Natalie Dormer gleich in zwei Rollen und verkörpert sowohl Sarah wie auch Jess Prince, zwei aus den USA stammenden Zwillingen. Zu Beginn erhält Sarah Prince einen Anruf von der japanischen Polizei mit dem Hinweis darauf, dass ihre Schwester Jess möglicherweise nicht mehr am Leben ist, da sie zuletzt gesehen wurde, wie sie den Aokigahara-Wald betrat. Doch entgegen der Meinung der Polizei und Saras Verlobten, entschließt sich diese mit dem nächsten Flug nach Japan zu fliegen, um nach ihrer vermeintlich verstorbenen Schwester zu suchen. Während ihrer Untersuchungen trifft sie auf den ebenfalls aus den Vereinigten Staaten stammenden Reporter Aiden, der ihr umgehend seine Hilfe bei der Suche nach Jess anbieten möchte. Einzige Bedingung; er darf eine Geschichte daraus machen und diese in einer Zeitschrift veröffentlichen. Etwas Misstrauisch geht Sara auf den Deal ein und begibt sich einige Zeit später zusammen mit Aiden und einem japanischen Tourguide in den Wald Aokigahara und damit auf die Suche nach Jess.

The Forest selbst ist ein klassischer Horrorfilm, der immer wieder mit Jumpscares seine Zuschauer aus der Reserve locken möchte. Dabei greift der Film dennoch etwas tiefer in die Trickkiste und lässt sein Publikum immer wieder falsche Schlüsse ziehen: Welche Motivationen die besitzen die unterschiedlichen Charaktere tatsächlich und vieles mehr. Zumindest ging es Michael und mir so. Noch vor dem Abspann haben wir immer wieder darüber gerätselten, warum Person A so handelt wie sie es tut oder waren der felsenfesten Überzeugung, dass Person X etwas Übles im Schilde führte. Entsprechend groß war unsere Begeisterung darüber, dass uns eine vermeintlich typische Horrofilmhandlung dennoch hin und wieder und besonders am Ende zu überraschen wusste.

Für Michael zwar weniger aber für mich umso interessanter, war zudem der Handlungsort. Gerade als japanophile Person begeistere ich mich grundsätzlich für die Kultur und Historie des Landes in Ost-Asien, so auch für den sogenannten Suizid-Wald. Seit Mitte der 1960er Jahren wird dieses Gebiet besonders von seelisch kranken und Suizidgefährdeten Menschen aufgesucht, um sich über elementare Dinge in ihrem Leben klar zu werden oder sich tatsächlich das Leben zu nehmen. Laut Wikipedia haben alleine 2010 247 Menschen versucht Suizid zu begehen, wovon glücklicherweise „nur“ 54 Erfolg hatten. Viele Japaner sehen Geister oder Dämon als Grund für die vielen Tote. Gerade aufgrund der realen Begebenheiten bietet der Aokigahara-Wald eine passende Kulisse für den Film, wenn auch einige in The Forest auftauchende Elemente das „Geister & Dämonen“-Thema deutlich überziehen und das Ganze etwas unglaubwürdig erscheinen lassen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aokigahara
Eine Aufnahme des Aokigahara innerhalb des Waldgebiets

Dennoch und alles in allem ein kleines Kleinod, das man sich für einen kurzweiligen Horrofilm-Abend gerne zu Gemüte führen kann. Aus meiner Sicht ist es gerade die Art und Weise, wie die Charaktere miteinander umgehen und welchen Antrieb Jess überhaupt hatte, Aokigahara aufzusuchen, ausschlaggebend dafür, weshalb The Forest einer der besseren Horrofilme in diesem Jahr.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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