The Legend of Zelda – Teil 1

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Es ist stets der gleiche Ablauf: Ein kleiner Junge bekommt Schild und Schwert ausgehändigt und wird auf die große Reise, dem Abenteuer seines Lebens geschickt. Man verlangt von ihm nichts Geringeres, als den Weltfrieden zu bewahren, böse Dämonen und überdimensionierte Bossgegner zu besiegen und am Ende die Prinzessin aus den Klauen des fiesen Obermuftis zu befreien. In den meisten Fällen Ganan(dorf). Schon seit über 25 Jahren hält die Faszination „The Legend of Zelda“ an und noch lange ist kein Ende in Sicht. Aber wie ist es überhaupt möglich, dass Nintendo, Miyamoto und Co. Jahr um Jahr ihre Spieler und Fans immer wieder aufs Neue für Helden Link und dessen ewiger Liebe Prinzessin Zelda begeistern können? Ich habe ein wenig in Zeitschriften geblättert, Foren und Internetseiten durchsucht um zu versuchen, eine Antwort zu finden. Dabei bin ich über die unterschiedlichsten Spiele und Personen gestolpert, haben Link zu Fuß, in der Luft, auf dem Wasser und in Dampflokomotiven begleiten, ihn bei seinen Kämpfen und Auseinandersetzungen unterstützt, habe mit ihm die entlegensten Winkel Hyrules erforscht und auch seinem ersten Kuss mit Prinzessin Zelda beigewohnt.

The Legend of Zelda

Die Geburt einer Legende

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Es gibt unzählige Magazine, Bücher, Seiten, Foren und weiß Majora noch alles, in und auf denen über die Entstehungsgeschichte von „The Legend of Zelda“ diskutiert oder berichtet wurde. Dennoch möchte ich hier nun ein wenig von den Anfängen der Serie und Links erstem großen Auftritt berichten. „The Legend of Zelda“ tauchte das erste Mal im Jahr 1986 auf. Damals erschien das Spiel exklusiv für das sogenannte FDS, ausgeschrieben Famicom Disk System. Diese Konsole wurde bis heute nur in Japan veröffentlicht und ist der direkte Vorgänger für Nintendos erste Primetime-Konsole, dem Nintendo Entertainment System, kurz NES. Im Gegensatz zum späteren NES, setzte das Famicom Disk System auf ein auf 3-Zoll-Disketten-Laufwerk, welches im Nachfolger durch das markante Cartridge-System ersetzt wurde. Doch ehe es „The Legend of Zelda“ auf den klobigen grauen Plastikteilen zu kaufen gab, erschien es auf einer Diskette zum Launch des FDS am 21. Februar 1986. Neben Super Mario Bros. und Metroid, mauserte sich Links erstes Abenteuer zu einem, wenn nicht sogar dem beliebteste Titel der Konsole.

Das erste Mal schlüpft der Spieler in die Rolle des jungen Helden Link, der ohne genaue Hinweise oder Hilfestellungen mit der Aufgabe betraut wird, die entführte Prinzessin Zelda aus den klauen eines fiesen Dämonenboses zu befreien. Bereits hier bekam man die für die Serie bekannten Waffen und Items bereitgestellt. Und wer erinnert sich nicht an den unvergessenen Text „It is dangerous to go alone. Here take this.“ während Link das, sein Schwert überreicht wird. Fortan muss sich der kleine Kämpfer in einer Welt, die insgesamt 128 Bildschirme zählt, zurechtfinden und gegen Monster antreten. Das gesamte Spiel wurde so beliebt, dass der Nachfolger in relativ kurzem Abstand auch für das Famicom Disk System erschien.

Zelda II: Adventure of Link

Links Rollenspiel

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Nach dem durchschlagenden Erfolg von „The Legend of Zelda“ war es nur eine Frage der Zeit, ehe Nintendo einen Nachfolger auf den Markt brachte. Doch wie es für die damalige Zeit üblich war, experimentierten die Entwickler gerne herum. Im Falle von „The Legend of Zelda“ wurde mit „Zelda II: The Adventure of Link“ ein inhaltlich zwar ähnliches, aber dennoch unterschiedliches Spiel geschaffen. Zwar erlebte man das Spiel nach wie vor aus der Vogelperspektive, kam es jedoch zum Kampf, bekam der Spieler Link, die Welt und Monster in der Seitenansicht präsentiert. Ab hier spielte sich „Zelda II: The Adventure of Link“ mehr wie das von Konami entwickelte „Castlevania“. In sehr schweren Kämpfen musste man feindliche Geschosse abwehren, im richtigen Augenblick mit dem Schwert zustoßen oder bestimmte Items einsetzen. Zudem stieg Link mit der Zeit im Level auf, was dem Ganzen das Gefühl, ein J-RPG-Light zu sein. Im Grunde fühlte sich alles vertraut an, war doch irgendwie „anders“.

Was jedoch den meisten im Gedächtnis geblieben und zugleich ein Dorn im Auge gewesen ist, war der Schwierigkeitsgrad. Manche Kämpfe waren relativ einfach zu meistern, während andere, scheinbar harmlose Scharmützel sich als todbringende Keilerei herraustellte. Von einem fairen Balancing fehlte jegliche Spur. Neben den Kämpfen stellte auch die Welt an sich stellenweise ein fast unüberwindbares Hindernis dar. Bestes Beispiel ist der Transport-Wind. Als Link musste sich der Spieler an einer bestimmten Stelle im Spiel Hinkniehen, mehrere Sekunde, ja fast schon Minuten ausharren, ehe eine Windböe heran geschwebt kommt, Link mit sich nimmt und so das Weiterspielen ermöglicht. Wer zum Henker denkt sich so etwas aus? Respekt an all diejenigen, die damals ohne Lösungsbuch auf die Lösung kamen.

„Zelda II: The Adventure of Link“ erschien ein Jahr nach „The Legend of Zelda“ am 14. Januar 1987, wurde aber mittlerweile für zahlreiche andere Nintendo-Systeme neu aufgelegt. Die Geschichte knüpfte nahtlos an der des Vorgängers an und ließ den Spieler erneut in die Rolle von Link schlüpfen. Anders als heutzutage handelt es sich in „Zelda II“ tatsächlich um den gleichen Link, der ein Jahr zuvor das Land Hyrule von den finsteren Machenschaften des dämonischen Ganon befreite.

Der Held in Grün ist mittlerweile fast sechzehn Jahre alt und sieht einem normalen Leben entgegen. Doch eines Tages taucht das Symbol des Tri-Force auf seiner Hand auf. Dies führt dazu, dass erneut auf Prinzessin Zelda trifft, die aber mittlerweile von ihrem verschlagenen Bruder in einen Dornröschen-ähnlichen-Schlaf versetzt wurde. Und wie es als Held eben so ist, macht sich Link auf die Suche nach dem passenden Heilmittel.

The Legend of Zelda: A Link to the Past

Super Zelda

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Recht schnell nach der Veröffentlichung von „Zelda II: The Adventure of Link“ war klar, das Nintendo diesen Weg mit Zelda nicht gehen möchte. Zwar war das Spiel aus finanzieller Sicht ein Erfolg, doch bekrittelten viele Spieler die stark veränderte Spielmechanik und die Art der Präsentation. Daher entschloss sich Big N dazu, gleichzeitig einen Schritt zurück aber auch nach vorne zu gehen. Anstatt weiterhin auf eine Seitenansicht zu setzen, erlebten die Spieler mit „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ Links nächstes Abenteuer wieder komplett aus der Vogelperspektive. Dieses Mal aber farbenfroher und detailreicher als jemals zuvor. Das lag nicht zuletzt daran, das Nintendo in der Zwischenzeit, genauer gesagt am 21. November 1990, das Super Nintendo mit wesentlich besserer Hardware veröffentlichte.

Wie schon in den Teilen vor „A Link to the Past“ muss sich unser Held in Grün erneut auf die Suche nach der entführten Prinzessin Zelda begeben. Ähnlich wie in „The Legend of Zelda“ und „Zelda II: The Adventure of Link“ müssen hier unzählige Monster besiegt, Hindernisse überwunden und mehrere düsteren Dungeons erkundet werden. Dabei erhält Link in unregelmäßigen Abständen neue Gegenstände. Besonders erwähnenswert ist hier das Mastersword/Masterschwert, Links markante Superwaffe, das hier das erste Mal in Erscheinung tritt.

Neben der umwerfenden Optik und dem smothen Gameplay, bestach und besticht „A Link to the Past“ vor allem durch seine Musik. Zwar baut diese auf bereits aus den Vorgängern bekannte Stücke auf, doch erweiterte Sound Director und Meister seines Faches Koji Kondo die musikalische Untermalung von Links Abenteuer um zahlreiche unvergessene Stücke. Dank der technischen Spezifikationen des SNES konnte die Musik und der Sound der Konsole im Allgemeinen wesentlich klarer wiedergegeben werden. Bereits schon damals zeichnete sich ab, wie umfangreich die Vertonung eines „The Legend of Zelda“-Abenteuers werden würde.

Damit Links Queste die perfekte Soundkulisse zuteilwurde, ließ Kondo die einzelnen Stücke von „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ von einem Orchester spielen. Der gesamte Sound wurde von verschiedenen Geräten aufgenommen, anschließend digitalisiert und in das fertige Spiel implementiert.

The Legend of Zelda: Link’s Awakening

Inselabenteuer

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Nach dem „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ für offene Münder und qualmende SNES-Konsolen sorgte, brauchte Nintendo eine kleine Schaffenspause. Natürlich würde es in der Zukunft weitere Serienableger auf den Konsolen des japanischen Unternehmens geben, doch wollte sich die Firma, vor allem Serien-Vater Shigeru Miyamoto dafür Zeit lassen. Dennoch gierten die „Zelda“-Fans förmlich nach einem neuen Ableger. Kurzerhand wurde ein Entwicklungstest von Systems Research & Development (SRD) dem damaligen Hauptentwickler von Zelda-Spielen dazu verwendet, die Grundlage für ein mögliches GameBoy-Zelda zu schaffen. Doch erst nachdem einer der Mitgründer von „The Legend of Zelda“, Takashi Tezuka, im Jahr 1991 einen Antrag für ein eigenständiges Zelda-Abenteuer für die Handheld-Konsole stellte, begann das Team offiziell mit der Entwicklung.

Im Grunde reiht sich „The Legend of Zelda: A Link’s Awakening“ nahtlos in die Chronologie der Zelda-Spiele ein. Jedoch mit zwei feinen, aber sehr wichtigen Unterschieden. Zum ersten Mal erschien ein Abenteuer von Link nicht für eine stationäre Konsole, sondern für den GameBoy, einem mobilen Spielgerät, welches bereits 1989 das Licht der (Videospiel)Welt erblickte. Was aber viel wichtiger, hinsichtlich der Geschichte und den bereits existierenden Zelda-Spielen, war, ist der Fakt, dass im gesamten Spielverlauf weder Zelda, noch Oberbösewicht Ganon(dorf) auftauchen oder etwas mit der Geschichte zutun haben.

„They say the ‚Ballad of the Wind Fish‘ is a song of awakening. I wonder, if the Wind Fish wakes up, will he make my wish come true?“

Marin
The Legend of Zelda: Link’s Awakening

Überhaupt ist die Geschichte von „A Link’s Awakening“ komplett anders gehalten, schlägt stellenweise sogar völlig melancholische Töne an. Nach den Abenteuern in bis dato noch nicht veröffentlichten Serien-Ablegern, begibt sich Link auf die Reise nach neuen Abenteuern. Auf seiner Reise über das Meer kentert sein Boot und er wird an der ihm unbekannten Insel Cocolint angespült. Schnell merkt er, dass es sich hier nicht um ein friedliches Inselparadies handelt. Stattdessen bekommt er den Auftrag, den Windfisch zu wecken, um hinter das Geheimnis der Insel zu gelangen. Doch will er das überhaupt und warum hat er oftmals das Gefühl, als sei alles um ihn herum nicht real?

Was im Jahr 1993 noch etwas befremdlich wirkte, gilt heute als wegweisend und herausragend. Unterbewusst beschäftigt sich der Spieler mit dem Leben der einzelnen Spielfiguren. Die Geschichte ist eine einzelne Analogie auf das Spielen selbst. „Sind wir real? Oder nur das Ergebnis eines Fiebertraums?“ Eine ähnliche Frage bekommt Link von einer im Spiel wiederkehrenden Figur gestellt. Doch wie eh und je vermeidet es Nintendo, Link eine Antwort in den Mund zu legen. Er bleibt stumm. Viel eher ist an der Person vor dem Bildschirm, sich darüber Gedanken zu machen und sich mit der tieferen Bedeutung dieser Worte auseinanderzusetzen.

Doch abgesehen von der Geschichte, begeisterte „Link’s Awakening“ auch von technischer Seite. Der GameBoy war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits vier Jahre alt, dennoch schufen die Macher ein technisches Meisterwerk. Zwar musste der Umfang ein wenig einschränken werden, dennoch steht das Spiel zumindest den ersten beiden Serien-Ablegern in nichts nach. Erneut macht sich Link aus der Vogelperspektive daran, Monster zu bekämpfen und Dungeons zu erkunden, besitzt sogar einige Elemente, die es vor und nach „Link’s Awakening“ nicht mehr gegeben hat. In allen Belangen eines, wenn nicht sogar das beste „The Legend of Zelda“-Spiel, das jemals für eine Handheld-Konsole erschienen ist.

[to be continued …]

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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