The Legend of Zelda – Teil 2

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Nach den ersten drei Konsolen-Abenteuern und dem darauf folgenden Game-Boy-Zelda „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ war es für Nintendo wieder an der Zeit, ein weiteres Konsolen-Spiel zu veröffentlichen. Doch wie sollte dies aussehen? Aufgrund der in der Zwischenzeit veröffentlichten PlayStation 1 von Sony war die Welt auf 3-D getrimmt. Alles musste in Polygonen anstatt herkömmlichen Pixeln ausgeliefert werden. Glücklicherweise hatte auch Nintendo mit dem N64 eine 3-D-Konsole am Start, die mit Super Mario 64 über eines der besten Jump-&-Run-Spiele überhaupt verfügt. Also lag der Schluss nahe, dass auch Zelda den Schritt in die neue, dreidimensionale Welt wagt beziehungsweise wagen muss!

The Legend of Zelda: Ocarina of Time
Back to the Future!

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Interessanterweise sind die Unterschiede zwischen Super Mario 64 und „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ nicht so groß, wie man zunächst annehmen möchte. Tatsächlich begannen die Arbeiten an beiden Spielen zeitgleich, doch hatte und hat Mario schon immer einen höheren Stellenwert bei Nintendo, sodass es einige Zeit länger dauerte, ehe das neue Zelda fertiggestellt werden konnte. Das ursprüngliche Entwickler-Team bestand zunächst lediglich aus zwei Personen, zu denen im weiteren Entwicklungsverlauf einige Mitarbeiter von Super Mario 64 dazustießen. Dementsprechend basierte „Ocarina of Time“ für die ersten eineinhalb Jahren auf der Spiel-Engine von Mario 64. Natürlich änderte sich diese mit dem Fortschreiten des Entwicklungsprozesses extrem.

Überhaupt war die Entstehung von „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ von vielen und starken Veränderungen geprägt. Ursprünglich hätte das Spiel nämlich nicht für das N64 erscheinen sollen, sondern für dessen Erweiterungsperipheriegerät(!) 64D(ynamic)D(rive). Dieses System setzte im Gegensatz zur eigentlichen Konsole auf wiederbeschreibare CDs und bot somit wesentlich mehr Platz für Daten, als ein herkömmliches Nintendo-64-Modul zu fassen imstande war. Damit wären die Entwickler zum Beispiel in der Lage gewesen, Fußspuren zu integrieren beziehungsweise anzeigen zu lassen, die niemals aus der Welt verschwinden.

Im Endeffekt wurde diese Idee jedoch verworfen und zugunsten des wesentlich weiter verbreiteten Nintendo 64 entschieden. „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ erschien schlussendlich am 21. November 1998 in Japan und wurde von insgesamt über 120 Mitarbeitern geschaffen. „Ocarina of Time“ zählte damals zu den aufwendigsten Entwicklungen der Computerspiel-Welt. Doch hat sich der Aufwand überhaupt gelohnt?

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Man kann, ohne das Spiel selbst gespielt zu haben, diese Frage eindeutig mit einem Ja beantworten. Kaum ein anderes 3-D-Zelda sorgte für so viel Begeisterung, wie „Ocarina of Time“. Hyrule erstrahlten erstmals in einer komplett ausmodellierten Polygon-Welt und barg zahlreiche neue Geheimnisse, Abenteuer und Monster. Aber trotz des neuen Optik-Gewandes hatte sich an der Ursprungsgeschichte von „The Legend of Zelda“ kaum etwas geändert. Erneut wird die Heimat von Zelda und Link in eine tiefe Finsternis gestürzt und nur unser Held in Grün ist dazu in der Lage, Hyrule aus den Klauen Ganons, der hier das erste Mal als Ganondorf auf den Plan tritt, zu befreien.

Abgesehen von der Optik, die einem eindeutig am stärksten ins Auge sticht, gibt es zahlreiche Spielmechaniken, die auch heute noch für Begeisterung in der Fangemeinde sorgen.  So erlebt man das Spiel aus zwei verschiedenen Perspektiven, die zugleich für die offizielle Timeline von „The Legend of Zelda“ wichtig sind. Den ersten Spielabschnitt schlüpft man in die Rolle des jungen Links, der seine ersten Schritte in der Welt von Hyrule erlebt. Er wird vom weisen Deku-Baum auserwählt, Prinzessin Zelda zu helfen, die Dunkelheit von Hyrule entfernt zu halten. Jedoch gelangt Link zu einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel an einen Punkt, an dem seine Fähigkeiten einfach nicht dafür ausreichen. Kurzerhand wird er in der Zeit eingefroren, um zu altern und so die benötigte Stärke zu erlangen. Dumm nur, dass in dieser Zeit das Böse nicht ganz untätig gewesen ist. Zwar erwacht Link völlig unversehrt und ist dazu bereit, die Welt vor jeglichem Schrecken zu bewahren, doch hat Ganondorf zu diesem Zeitpunkt bereits Hyrule fest in seiner Gewalt. Doch Link wäre nicht Link, wenn er nicht trotzdem versuchen würde, die Welt zu retten.

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Durch den Konsolenwechsel wurde neben der Optik auch die musikalische Untermalung wesentlich verbessert. Zwar ist der Midi-Sound des SNES unvergessen und sorgt auch noch heute für jede Menge gute Laune, doch bot und bietet das N64 einen deutlich klareren Sound und vor allem einen richtigen instrumentalen Klangteppich. Zahlreiche der aus den Vorgängern bekannten Stücke wurden neu arrangiert und komplett mit einem Orchester eingespielt. Dafür verantwortlich war erneut Musiker-Legende Koji Kondo, der bereits vorhergehende Zelda-Spiele mit Musik belieferte

The Legend Of Zelda can make it feel as if you have jumped into the game and are experiencing its adventure. The music was created to make that visceral feeling more real. The tunes in Kakariko Village and Hyrule Castle Town are melodious and cheerful, and quiet sound effect-like music is used in the dungeons. The main Hyrule Field theme has been written so that it develops and has new facets each time it is heard in the game.“

-Koji Kondo, Official Nintendo Magazine

Das Spiel selbst erfuhr durchweg positive Kritiken. Von vielen Spielern wird „Ocarina of Time“ als der beste Ableger der „The Legend of Zelda“-Reihe, wenn nicht sogar das beste Videospiel aller Zeiten betitelt. Auch in hinblick auf die Wertungsskala, fast durchweg nur Bestnoten mit Auszeichnung, lässt diese Behauptung zur damaligen Zeit fast keinen Spielraum für andere Meinungen. Viele Zelda-Verehrer streiten aber bis heute darüber, ob „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ oder „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ der beste Serien-Vertreter ist. Auf jeden Fall ließ „Ocarina of Time“ keine Zweifel darüber, dass es weitere Abenteuer für Link und Zelda geben wird.

The Legend of Zelda: Majora’s Mask
Tick tock goes the Clock!

TLoZ-_Majora's_Mask_(logo)Mit „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ erlebten die Spieler ein fast schon klassiches Zelda-Abenteuer. „Majora’s Mask“ hingegen hielt ein gänzlich anderes Spielerlebnis bereit, das nicht nur eine völlig andere Geschichte erzählt, sondern auch für jede Menge skuriller Momente sorgt. Dieses Spiel ist wieder eines von den Link-Abenteuer, die nicht dem klassischen „The Legend of Zelda“-Schemata folgen. Dementsprechend taucht in diesem Spiel Prinzessin Zelda nicht auf. Damit wandelt das Spiel auf den gleichen Pfaden wie „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“. Doch trotz der Änderungen, besitzt „Majora’s Mask“ eindeutige Bezüge zu „Ocarina of Time“.

Die offensichtlichste Verbindung ist die Grafik. „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ erschien in Japan im Jahre 1998. Bereits zwei Jahre danach, was damals einer wahnsinnig kurzen Entwicklungszeit entspricht, folgte mit „Majora’s Mask“ der nächste Serienableger. Kaum verwunderlich also, dass optisch sich fast nichts veränderte. Zumindest in Sachen Spielmechanik durften sich Spieler über ein verbessertes Handling freuen. Doch im Grunde ist das Spiel ein „Ocarina of Time“ mit einem leicht verbesserten Look & Feel. Wie wir aber mittlerweile wissen, ist nicht die Grafik oder die Optik im Allgemeinen das, was „Majora’s Mask“ zu etwas Besonderem macht. Es ist die Geschichte.

Dies knüpft im Grunde direkt an das Ende von „The Legen of Zelda: Ocarina of Time“ an. Link hat Ganon(dorf) in einem finalen Zweikampf bezwungen, oder, wie Besitzer der Hyrule Historia wissen, auch nicht, und macht sich daher auf die Suche nach neuen Herausforderungen. Doch ehe er so richtig losstarten kann, verschwindet seine Fee Navi. Auf der Suche nach ihr dringt er tief in die Verlorenen Wälder ein. Hier trifft er auf das ominöse Skull Kid, das die titelgebende „Majora’s Mask“ trägt. Mittels eines fiesen Tricks schafft es das Skull Kid, Links Pferd, Epona, zu entführen. Link, kochend vor Wut, macht sich augenblicklich auf die Jagd nach dem Entführer. Dank der magischen Kraft der „Majora’s Mask“ versetzt das Skull Kid Link in eine andere Dimension, beraubt ihm zudem jeglicher Fähigkeiten und verpasst ihm das Äußere eines kleinen Deku-Jungen.

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Link litt also auch unter dem typischen Videospielhelden-Syndrom. Kaum gibt es einen Nachfolger, verliert er plötzlich sein Gedächtnis, in diesem Falle sogar seinen ganzen Körper, und muss alles noch mal von vorne lernen. Im Falle von „Majora’s Mask“ passt das sogar ganz gut, da einem nicht die Standardgeschichte aufgetischt wird. Stattdessen muss Link hinter das Geheimnis der Welt Termina kommen. Diese sieht sich von einem herabstürzenden Mond bedroht, der in den nächste 72 Stunden auf die Erde prallen soll. Also muss Deku-Link flux die Beine in die Hand nehmen und wie blöde alle Rätsel lösen, die ihm unter die Nase kommen. Dumm nur, das das Zeitlimit nicht ausreicht. Der Mond kracht auf Termina. Ende. Alle tot. Oder etwa nicht?

Nein, denn die Zeit dreht sich zurück und gewährt Link eine neue Chance, zur alten Stärke zurückzufinden und die Welt vom Terror der „Majora’s Mask“ zu befreien. Im Grunde ist es wirklich ein vollkommen anderes „The Legend of Zelda“. Nicht jedoch in Bezug auf die Musik. Diese orientiert sich fast gänzlich am Vorgänger. Dennoch gibt es einige zusätzliche Stücke, die man als gestandener Zelda-Fan natürlich nicht missen möchte. Insgesamt umfasst der offizielle Soundtrack über 112 verschiedene Tracks, die, bis auf drei Stück, erneut von Koji Kondo stammen. Die restlichen drei Titel, bei denen es sich um sogenannte Battle Tracks handelt, stammen aus der Feder von Kondos Kollege Toru Minegishi. Dieser gehört neben Kondo zu den Stammmusikern Nintendos und steuerte auch in folgenden Zelda-Spielen einige Stücke bei.

(to be continued)

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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