The Witch

Ein guter Horrorfilm ist etwas Feines. Es gibt doch nichts Schöneres, als bei einem richtig gut durchdachten Schauerfilmchen oder einer Gruselgeschichte vor lauter Panik aufzuspringen und kreidebleich das Weite zu suchen.

Naja, okay. Pizza vielleicht. Und Sex! Aber dann war es das auch schon. Auf jeden Fall bin ich selbst ein riesiger Horrorfilmfan, wenn man 1,77 als riesig bezeichnen möchte. Wie es der Zufall so wollte, schaute vor einigen Wochen mein guter alter und nicht so großer Kumpel Michael aus der Heimat vorbei.Nach längerer Fahrt und mit einem Klapprad bewaffnet, war er dermaßen kaputt, dass er keine Energie und große Lust hatte, um noch irgendetwas zu unternehmen. Kurzerhand warfen wir uns ein paar Nudeln in den Topf, uns selbst auf die nagelneue Couch und zogen uns zwei Horrorfilme rein: The Witch und The Forest.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder The Witch (oder auch The VVitch, mit zwei Vs geschrieben) oder The Forest (mit der bezaubernden Natalie Dormer) gesehen oder groß davon etwas gehört. Lediglich Wolf und Kim von Sexy Cripples haben in ihrem Video-Podcast über den ersten Streifen gesprochen, jedoch wollte ich mir den Inhalt einfach nicht spoilern lassen und habe deshalb einen Bogen um die Folge gemacht. Doch mit dem richtigen Michi an meiner Seite, war die Zeit gekommen, es der fiesen Hexe zu zeigen. Aus diesem Grund wurde The Witch als erster Film an diesem Abend auserkoren. An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass es im Zuge des folgenden Textes zu Spoiler kommen kann. Just sayin … douh!

The Witch

Der Film spielt in den Vereinigten Staaten noch zu Zeiten der Besiedelung um das Jahr 1630 herum. Die Menschen lebten einfach und streng religiös in den Tag hinein. Zu Beginn wird eine Familie aus einer puritanischen Gemeinde in Neuengland verbannt oder auf gut deutsch „rausgeschmissen“. Diese besteht aus dem Ehepaar William und Katherine sowie deren Kinder Thomasin, Caleb, den Zwillingen Mercy und Jonas sowie Baby Samuel. Kurzerhand, und weil in der Gemeinde nun kein Platz mehr für sie ist, schnappten sich die Verbannten ihr Hab und Gut, um an einem unbesiedelten und unbekannten Ort ein neues Leben zu beginnen.

Doch schon kurze Zeit nachdem sich die Familie eine neue Existenz erschaffen hatte, geschehen die merkwürdigsten Dinge, die besonders den Gottesfürchtigen Familienvater William immer wieder vor neue schmerzhafte Herausforderungen stellen. Den ersten von vielen schlimmen Höhepunkten markiert das Verschwinden des Neugeborenen Samuel, der trotz langer Suche und vielem Leid der Familie nicht aufgefunden wird. Als Zuschauer bekommt man hier immer wieder Szenen einer vermeintlichen Hexe zu sehen, die – und wie könnte es auch anders sein – für die Entführung Samuels verantwortlich ist.Die merkwürdigsten Geschehnisse erschüttern den Glauben der Familie; selbst die Tiere, besonders der „Schwarze Phillip“, ein Ziegenbock, verhalten sich immer seltsamer. Die gesamte Situation wird durch Williams Frau Katherine weiter befeuert, da sie der Meinung sei, dass wirklich Hexen am Werk sind. Sie verstärkt ihren religiösen Eifer und betet Tag ein Tag aus. Die Lage spitzt sich zu, bis am Ende tatsächlich ein Familienmitglied mit dem Übernatürlichen konfrontiert wird. Jedoch auf andere Art und Weise, wie man es als Zuschauer zunächst nicht vermutet hätte.

Familiengebet

Aus cineastischer Sicht ist dieser Film absolut großartig. Jede Kameraperspektive ist bis ins kleinste Detail geplant und lässt das gesamte Geschehen „echt“ und „dreckig“ wirken, so als wäre man als Zuschauer selbst ein Teil der gezeigten Handlung. Besonders der starke religiöse Unterton verleiht dem Film mit Voranschreiten der Handlung einen immer bedrohlicher wirkenden Unterton. Da ich den Film jedoch mit einem Kumpel gesehen habe und wir eher darauf aus waren ein paar Bier zu trinken und einen eher „lockeren“ Film zu sehen, ist dieser Streifen daher weniger für ein „action“ orientiertes Publikum geeignet. Dennoch, und das muss man einfach zweifellos festhalten, zählt The Witch zu den besten Filmen seines Genres, der in den vergangenen Jahre veröffentlicht wurde.

Next up: The Forest

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