Unknown User / Unfriended

2015 ist ein guter Kinosommer für Horrofilmfans. Egal ob mit dem dritten Teil von Insidious oder dem neuen Stern am Horror-Himmel „It Follows“, in diesem Jahr gibt es genug Gründe sich im Kino zu gruseln. Nun steht mit „Unkown User“ die nächste Schauergeschichte ins Haus, die jedoch im Gegensatz zu üblichen Genrevertreter gänzlich andere Wege beschreitet und ein wenig an den Erstling der beliebten „Paranormal Activity“-Reihe erinnert.

Facebook, Twitter, Spotify – alles Netzwerke die heute nicht mehr wegzudenken sind. Egal, ob man dem besten Freund kurz eine Nachricht über den Facbeook Messanger schicken, oder der Mutter ein Video auf YouTube zeigen möchte, jeder kennt und nutzt die großen Plattformen. Diese Situation weiß die Handlung von „Unknown User“ für sich zu nutzen und findet die gesamte Spieldauer über in einem Skype-Call statt. Die handelnden Personen sind nur via Webcam zu sehen oder interagieren via Textnachrichten miteinander.

Als Ausgangspunkt für die Geschichte dient der Tod einer jungen Frau, die sich aufgrund von Mobbing selbst das Leben nahm. Zu ihrem Jahrestag treffen sich all ihre „Freunde“ unwissentlich online zu einem Skype-Call um gemeinsam ein bisschen über die kommenden Tage zu plaudern oder Konzertbesuche zu planen. Doch aus einem nicht ersichtlichen Grund befindet sich eine weitere und unbekannte Person innerhalb des Chats und beginnt die Anwesenden zu terrorisieren. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um den Account der Verstorbenen, weswegen einige der Call-Teilnhemer zunächst an einen schlechten Scherz glauben. Nachdem jedoch die erste Person eines unfreiwilligen Todes gestorben ist, wird aus vermeintlichem Spaß plötzlich tödlicher Ernst.

Was wie das Inlay eines DVD-Covers klingt, ist im Grunde die gesamte Handlung von „Unknown User“. Aufgrund der gegebenen Handlungssituation, verspricht der Film von vornherein viel, lässt aber stellenweise einiges auf der Strecke liegen. Natürlich ist es verständlich, wenn sich die einzelnen Charaktere auf die ihnen vorgesetzte Situation entsprechend anpassen oder einstellen. Doch zu schnell verfallen sie dabei in bekannte Klischeerollen und schaffen es nicht, aus diesen auszubrechen. Der Dicke ist der Nerd und kennt sich super mit Computern aus, Blondie ist das hippe IT-Girl auf das jeder steht und unsere Hauptdarstellerin ist im Grunde everybodys Darling und könnte keiner Fliege was zu Leide tun.
Aber auch die Situation, in der jeder den anderen versucht die Schuld an der gegenwärtigen Situation anzuhängen, zerfällt das Beziehungsmuster viel zu schnell.

„Unknown User“ versteht es stellenweise zu begeistern und sorgt dank einiger (wenn auch billiger) Jumpscares für den einen oder anderen Scheckmoment. Schade nur, dass die Person hinter der Kamera zu wenig aus dem Stoff herausgeholt hatte bzw. die Charaktere zu steif in ihren Rollen agieren lies. Dennoch und gerade weil es aufgrund des bis dato fast einzigartigen Settings viel Handlungsspielraum offen lässt, dürfte der Zuschauerschar (möglicherweise) schon bald „Unknown User 2“ oder gerne auch international „Unfriended 2“ ins Hause stehen.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.