Wes Craven – Ein persönlicher Nachruf

Keine 48 Stunden ist es her, da erfuhr ich von dem Tod von Wes Craven. Die Nachricht über das Verscheiden des US-Regiessuers stimmte mich nachdenklich, da Craven mir wie kein anderer das Thema Horror oder Horrorfilme näher brachte. Ich gehöre noch zu der Generation, in der die einzelnen Scream-Filme auf dem Schulhof heiß diskutiert worden. Jeder meiner Jahrgangsstufe kannte damals Sidney Prescott, wusste natürlich wer der Mörder am Ende gewesen ist, doch verraten wollte es keiner. Geschuldet meinem Alter bin ich tatsächlich erst recht spät auf die Werke von Herrn Craven gestoßen, möchte diese aber heute nicht mehr missen.

scream

Scream war für mich eine der frühsten Berührungen mit dem Horror-Genre. Als Kind fürchtet man sich natürlich vor Gespenstern, Zombies und allerlei anderen finsterer Gestalten, ohne einschlägiges Material jemals gesichtet zu haben. Natürlich änderte sich das mit der Zeit und mich faszinierte der Aspekt des Horrors, der Angst, gar der puren Karthasis immer stärker. Dies hatte zur Folge, dass ich mich mit zahlreichen und popkulturell gefeierten Filmen auseinanderzusetzen wollte, nein viel mehr sogar musste. Zu diesem Zeitpunkt war mir Scream unlängst ein Begriff, doch war es der Name Freddy Krueger, der mein Interesse geweckt hatte.

… und mich faszinierte der Aspekt des Horrors, der Angst, gar der puren Karthasis immer stärker.

Nigthmare on Elm Street zählt seit der Veröffentlichung des ersten Teils im Jahr 1984 zur bekanntesten Horrofilmreihe der Welt. Freddy Krueger ist ein stehender Begriff und wurde bereits in den unterschiedlichsten Medien referenziert, was nicht zuletzt an der herausragenden Darstellung von Robert Englund liegt. Es gibt Freddy-Actionfiguren, Videospiele, Comics und vieles mehr. Doch auch wenn Nightmare on Elm Street sowie Scream eine gewissen Vormachtstellung im Repertoire des verstorbenen Filmemachers innehaben, so schuf Craven weitere zahlreiche Filmklassiker, von denen die meisten bereits mit einem Remake bedacht wurden. Hierzu zählen Filme wie The Last House On The Left (Mondo brutale), The Hills Have Eyes oder Swamp Thing.

fredy

Das Besondere an Wes Craven war aber auch die Kunst, sich selbst als Zuschauer seiner eigenen Filme zu inszenieren. So findet besonders in Scream seine Sicht auf alte Horrorfilme Verwendung. In der Filmreihe mit dem Ghostface-Killer bricht Craven mit den unausgesprochenen Regeln des Genres, ja erschafft im Grunde im Alleingang eine Reihe an neuen „Rules of Horror movies“. Mit Scream 4 setztet er zudem dem Ganzen die Krone auf, indem er seine eigenen Regeln erneut übergeht beziehungsweise der neuen Art wie Menschen Horrorfilme sehen und erleben anpasst. Doch waren seine Werke stets mehr als eine bloße Selbstrefrenz auf berühmten Filme.

Wes Craven hinterlässt eine große Lücke in der Riege der altgedienten Horrormeister. Für mich persönlich zählt er neben Regisseuren wie John Carpenter, Dario Argento, John Romero und Ruggero Deodato nicht nur zu Meistern ihres Faches, sondern auch zu der Gruppe von Filmemachern, die mit Neuem und ungewöhnlichen Mitteln als Vorreiter das Horror-Genre prägten wie niemand vor ihnen. Farewell, Mr. Craven. Danke für die unzähligen Stunden panischer Angst und schlafloser Nächte.

Florian Merz Verfasst von:

Florian rühmt sich damit, der größte Schwarzenegger-Fan der bekannten Welt zu sein und kennt sich auch so ganz gut mit Filmen, Serien und ganz besonders Videospielen aus. Arbeitet als Sales & Project Manager in Berlin; gibt sich hier auf dem Blog aber ganz privat die Ehre.

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