Xenoblade Chronicles

Xenoblade Chronicles. Wahrlich, ein Meisterwerk vor dem Herrn! Bei dem Japano-Rollenspiel stimmt einfach alles. Von der ersten Minute an wird der Spieler förmlich in eine Welt gesaugt, die alles und noch viel mehr davon zu bieten hat, was das Herz eines JRPG-Fans schneller und höher schlagen lässt. Ich persönlich gehe sogar soweit und behaupte, das Rollenspiel ist das Beste, was man als RPG-affinere Gamer auf der Nitnendo Wii zu Gesicht bekommt. Vielleicht ja sogar das Beste Wii-Spiel überhaupt.

Zunächst aber: wer sich mit dem Spiel noch rein gar nicht auseinandergesetzt hat, hier mal einen groben Überblick über die Entstehung von Xenoblade Chronicles:. Als Entwickler fungierte Monolith Soft, jedoch stand das Team rund um die Uhr mit den Jungs und Mädels von Nintendos Software Planning & Development (SPD) Gruppe 2 in regem Austausch. Das Game sollte schließlich das erste richtig dicke und große Rollenspiel für die Wii werden.

Doch im Endeffekt führte diese Partnerschaft dazu, dass weit mehr als nur die beiden Studios an dem Projekt beteiligt waren. Laut verschiedener Aussagen (und dem Abspann des Spiels) waren über 300 Personen in den Entstehungsprozess involviert.Überhaupt hatte es die Entwicklungszeit in sich. Xenoblade Chronicles befand sich bis zu seiner Veröffentlichung im Juni 2010 in Japan über vier Jahre in der Mache. Zwar wird allgemein das Jahr 2007 als „Start-Entwicklungsjahr“ angegeben, jedoch wurde die Pre-Production bereits Mitte 2006 gestartet. Alles in allem also eine ordentliche Zeitspanne.

Während die Japaner bereits im Juni 2010 das Spiel kaufen und zocken durften, zog sich die Veröffentlichung für Europa bis in den August hin. Dann aber konnte man auch hierzulande endlich die Abenteuer des jungen Helden Shulk und dessen Freunde beiwohnen. Oder erleben!

Gleich und doch anders – Die Geschichte

Da es sich hier auf den ersten Blick um ein typisches Japano-Rollenspiel handelt, fällt zu Beginn die Charaktererstellung weg. Natürlich trifft diese Aussage grundsätzlich nicht auf alle JRPGs zu, Dark Souls oder Dragons Dogma beispielsweise nicht. Bevor man als Spieler komplett in die Handlung eintauchen darf, gibt es zunächst eine kleine Einführung in die Hintergrundgeschichte der Welt von Xenoblade Chronicles. Anstatt wie üblich auf einem Planeten oder einem Kontinent seiner Bestimmung als junger aber hoffnungsvoller Held gerecht zu werden, erleben Spieler ein Abenteuer auf den zwei Titanen Bionis und Mechonis.

Beide befanden sich seit Anbeginn der Zeit in einem ewigen Zweikampf, der irgendwann abrupt endete, da sie sich schlussendlich gegenseitig tödliche Wunden schlugen. Doch anstatt auseinander zu brechen und nach ihrer Mami schreiend auf dem Boden herumzuliegen, verharrten die beiden Giganten in ihrer Todespose. Im Laufe der Zeit bildeten sich auf der Oberfläche beider Gestalten verschiedene Lebensformen. Während Menschen (Homs) und Tiere auf Bionis entstand, gebar Mechonis zwei Maschinenrassen, die Machina und Mechon. Letztgenannte Rasse hat es auf die Welt der Homs abgesehen und befindet sich seit ihrer Entstehung im Kampf mit diesen. Hier setzt nun die Handlung von Xenoblade Chonicle ein und gibt dem Spieler zunächst die Kontrolle über drei Charaktere, Dickson, Mumkhar sowie Dunban.

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Dunban wird hier als Hauptcharakter dargestellt, da er augenscheinlich der Träger des legendären Schwertes Monado ist. Zu diesem Zeitpunkt ist nicht bekannt, woher diese Wunderwaffe stammt oder über welche Kräfte sie verfügt. Dennoch gelingt es den dreien den Ansturm der Maschinenwesen aufzuhalten. Wenngleich dieser Sieg auch mit dem Verlust vieler tapferer Soldaten verbunden ist.

Die Geschichte macht erneut einen Sprung und die Spieler befinden sich nun in der Haut des jungen Forschers Shulk, dem eigentlichen Hauptcharakter. Dieser befindet sich zu diesem Zeitpunkt außerhalb seines Heimatdorfes, ständig auf der Suche nach brauchbaren Maschinenteilen zerstörter Mechonis. Doch wie für einen naseweisen Charakter üblich, steckt er bereits nach wenigen Minuten in Schwierigkeiten, kann aber dank des heldenhaften Auftretens seines besten Freundes Reyn von diesem gerettet werden. Doch kaum zurück im Dorf, steht augenblicklich die nächste Konfrontation ins Hause: Die Mechonis! Diese haben die „Schlacht im Schwerttal“ ein Jahr zuvor ohne nennenswerte Probleme weggesteckt und führen nun zahlreiche Überraschungsangriffe gegen die Menschen.

Dieser befindet sich zu diesem Zeitpunkt außerhalb seines Heimatdorfes, ständig auf der Suche nach brauchbaren Maschinenteilen zerstörter Mechonis.

Während des Angriffs gelangt Shulk unfreiwillig in den Besitz des Monados und kann dieses, trotz der Befürchtungen Dunbans, ohne Probleme führen. Somit ist er der Auserwählte, dem es bestimmt ist, die Mechonis ein für allemal zu vernichten und so den endgültigen Frieden herzustellen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Nicht nur, dass er nun in ständiger Angst von den Übergriffen der Mechonis leben muss, nein, zudem hat er noch mit zahlreichen persönlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen, die ihn oftmals an den Rand der Verzweiflung treiben. Doch was wäre ein Held ohne tatkräftige Unterstützung? Im Verlaufe des Spiels trifft er auf die unterschiedlichsten Charaktere, von denen sich zahlreiche Shulks Queste anschließen. Aber auch mit ihrer Hilfe ist das Ganze keine leichte Aufgabe.

Das Spiel an sich – Das Gameplay

Getreu dem Genre lebt auch Xenoblade Chronicles von der Charakterentwicklung und der Interaktion mit der Welt. An sich spielt die Geschichte natürlich eine wichtige Rolle, doch dürfen die Spieler auch abseits der vorgeschriebenen Wege zumindest ein bisschen auf Abenteuerjagd gehen. Dabei orientierten sich die Entwickler an bekannten Elementen. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, einen bestimmten Gegner für zusätzliche Erfahrungspunkte oder Geld zu jagen und zu besiegen. Darüber hinaus gibt es ähnlich wie in der Dragon Age-Reihe die Option, die Bindung der einzelnen Charaktere miteinander zu stärken. Dafür führen die Figuren sogenannte Harmoniegespräche, die sich unterschiedlich auf das Spielgeschehen auswirken. Ein hoher Harmoniewert sorgt dafür, dass Charaktere im Kampf mehr Schaden austeilen oder je nachdem weniger, wenn ein Gespräch schlecht verlaufen ist.

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Mit Herz & Verstand – Das Kampfsystem

Auch wenn die Geschichte und Erzählung den größten Teil von Xenoblade Chronicles ausmacht, so ist das Herzstück des Spiels das Kampfsystem. Im Gegensatz zu Spielen wie Final Fantasy bietet Xenoblade Chronicles keine „Random Encounter“. Das bedeutet, die Spieler sehen bereits von Weitem feindliche Einheiten und Monster. Möchte man einen Kampf erleben, bewegt man Shulk direkt auf die gegnerischen Kreatur zu und wählt anschließend die Angriff-Taste. Befindet sich der eigene Charakter in Reichweite, beginnt er nun automatisch auf den Feind einzuschlagen. Mit dem Steuerkreuz lassen sich zusätzliche Fähigkeiten auswählen, die zum Beispiel dem Gegner zusätzlichen Schaden hinzufügt, wenn Shulk ihn von der Seite erwischt. Der Spieler hat hierbei nur die Kontrolle über den Hauptcharakter, die zwei anderen Gruppenmitglieder werden von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert.

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Während man als Shulk im Kampf flexibel auf die Feinde reagieren kann und selbst entscheidet, wann man einen bestimmten Skill einsetzen möchte, übernimmt die KI dies für die beiden anderen Charaktere. Viele Spiele haben in der Vergangenheit bewiesen, dass dies ein Fehler sein kann, jedoch dürfen sich Fans von Xenoblade Chronicles hier beruhigt zurücklehnen. Der Computer agiert fast wie ein Spieler, analysiert die Verhaltensmuster des Gegners und reagiert mit den entsprechenden Fähigkeiten darauf. Dies trifft auch auf die eigenen Figuren wenn es zum Beispiel um Heilung geht. Wie genau sich die Figuren im Kampf zu verhalten haben, lässt sich aber auch in einem speziell hierfür im Spiel integrierten Pausenmenü einstellen. Manche Charaktere eigenen sich beispielsweise mehr fürs Heilen, als es andere tun. Just saying.

Der Computer agiert fast wie ein Spieler, analysiert die Verhaltensmuster des Gegners und reagiert mit den entsprechenden Fähigkeiten darauf.

Das Kampfsystem an sich mag vielleicht auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken, da man nicht wirklich aktiv angreift, aber dann doch irgendwie. Man hat sich jedoch recht schnell daran gewöhnt und bekommt so eine gute Alternative zu bereits bestehenden Rundensystem geliefert. An dieser Stelle möchte ich zudem daraufhinweisen, dass die Nutzung der Nunchuk – Wii-Mote-Kombination nicht wirklich zu empfehlen ist. Hier gestaltet sich das Steuern als sehr hakelig heraus, da man als Spieler doch recht schnell einen zweiten Analog Stick vermisst. Deshalb ist es ratsam, auf einen Wii Classic Controller Pro oder Wii Classic Controller zurückzugreifen. 

Bildhübscher Pixelhaufen – Die Grafik

John Sterling hatte mal in einem Blog-Artikel bei Destructoid darüber geschrieben, warum Xenoblade Chronicles schlecht aussehen musste. Dabei ging er auf die Aussage eines Kollegen ein, der sich nicht sicher war, ob er Nintendo für die Grafik des Spiels hassen oder lieben sollte. Sterling führt aus, dass es für Nintendo bzw. Monolith keine Sache des Wollens, sondern viel eher des Geldes war. Neben dem umfangreichen Soundtrack, dem Kampsystem und der Geschichte, ist es besonders die Grafik, die ein Loch in die Geldbörse eines Entwicklers frisst. Das ist auch bei Xenoblade Chronicles nicht anders. Dennoch, oder gerade deswegen, bietet das Spiel eine der hübschesten Optiken der Nintendo-Wii-Landschaft. Die Landschaften sind durchweg unterschiedlich animiert, die Charaktere besitzen schön gestaltete Charaktermodelle und die Weitsicht sucht auf der Nintendo-Konsole seinesgleichen.

Aber dennoch muss man auch auf die negativen Seiten eingehen. Manche Objekte verschwimmen in der Ferne und bilden einen unansehnlichen Pixelhaufen. Hinzukommt das ständige Kantenflimmern, oder gerne auch „Sägezahnkanten“. Der Tearing-Effekt tritt zwar nur selten auf, hinterlässt aber jedes Mal einen kleinen faden Nachgeschmack. Begeisterte Fans des Spiels haben sich aber genau diesen Problemen angenommen und für den PC spezielle High-Rez-Modifikationen veröffentlicht. Diese lassen sich nur via Emulator in das Spiel integrieren, weswegen reine Konsolenbesitzer das Nachsehen haben.

Das Prunkstück – Die Musik

Okay das hier ist der Teil meines Artikels, in dem ich einfach nur ins Schwärmen geraten kann. Für mich stimmt der Soundtrack von Xenoblade Chronicles von Anfang bis Ende. Kein Track ist hier fehl am Platz, die Kampfmusik sorgt auch nach dem gefühlt tausendsten Mal noch für entsprechende Spannung vor dem Bildschirm, während ich den melodischen Klängen von „Gaur Plain“ Wochenlang zuhören könnte. Aber jetzt mal Butter bei die Fische. Xenoblade Chronicles Soundtrack besteht durchweg aus orchestral arrangierten Stücken. Hierfür verantwortlich zeigen sich gleich eine ganze Truppe an talentierten Soundkünstlern und Komponisten. Die Leitung des Projekts wurde an das Musikstudio Dog Ear Records übertragen, welches niemanden geringeres als Nobuo Uematsu gehört. Dieser hatte sich in der Vergangenheit als ehemaliger Stammkomponist von Squaresofts/Square Enix Final Fantasy-Reihe einen Namen gemacht.

Bei den sechs Künstlern, die an dem Soundtrack mitwirkten, handelt es sich um Manami Kiyota sowie die dreiköpfige Musikgruppe ACE+, Yōko Shimomura (Soundtrack zu Kingdom Hearts) und Yasunori Mitsuda (Soundtrack zu Xenosaga). Während die meiste Arbeit von Manami Kyota geleistet wurde, teilten sich die restlichen Künstler um vereinzelte Abschnitte des Spiels. Beispielsweise sorgte ACE+ für die Kampf- wie Eventmusik. Das Besondere an dem Soundtrack von Xenoblade Chronicles ist, dass viele der Gebiete über zwei unterschiedliche Musikstücke verfügen. Da es innerhalb des Spiels einen Tag und Nacht-Wechsel gibt, existiert die Tages- wie auch Nachtvariante eines Musikstückes. Dabei variieren die Genres von Track zu Track, sind jedoch meistens dem Rock oder Metal zuzuordnen. Insgesamt verfügt der Soundtrack über 90 unterschiedliche Stücke mit einer Gesamtspieldauer von fast Fünf Stunden.

Wirklich das Beste ? – Das Fazit

Eigentlich müsste nach der Einleitung einige Zeilen zuvor schon klar sein, dass ich dem Ganzen nicht wirklich objektiv gegenübertreten kann. Um ehrlich zu sein, das will ich auch nicht wirklich. Für mich ist und bleibt Xenoblade Chronicles eines der besten Spiele aller Zeiten, auch wenn das einige, mit Sicherheit sogar viele, anderer Meinung sind. Natürlich hat das Spiel seine Ecken und Kanten. Die Steuerung ohne Classic Pad ist frustrierend und führt den Spielenden schnell zur Weißglut. Und auch die Grafik ist nicht das Gelbe vom Ei und gehört heutzutage unlängst generalüberholt. Nichtsdestotrotz garantiere ich euch, ihr habt schon weitaus Schlechteres gespielt. 10 von 10 Superschwerter!

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